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Es hat ziemlich genau drei Jahre gedauert, aber wie die Kalender- und Glückskeksindustrie wissen: Gut Ding will Weile haben! Und so erscheint nun am 25.11 endlich die lang ersehnte 2. EP von KeKe. Es fühlt sich komisch an, dass „Just for Fun“ tatsächlich das erste richtige Body of Work der Wienerin seit 2019 ist. Denn während bei den meisten Künstler*innen Singles eher kleine Happen darstellen, bevor der Hauptgang serviert wird, waren KeKes Singles und Kollabos der letzten 3 Jahre an sich schon ein voll sättigendes Meal. Dennoch freuen wir uns, mit „Just for Fun“ endlich mal wieder ein 6-Gänge-Menü von der Donna serviert zu bekommen. Unten ist das Video zu Krush zu sehen.

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Wie sich das bei einem gutem Menü gehört, kredenzt uns KeKe mit jedem Gang bzw. jedem Song eine andere Köstlichkeit. Ein wunderbares Potpourri an Genres, Sounds und Ästhetik. Bei „Krush treffen wir zum Beispiel auf Elektropop, der uns ein wenig an die 2010-er Myspace-Zeit um Künstler*innen wie Uffie erinnert, während „Thick“ und „DMs“ housiger daherkommen und definitiv jede Diskokugel auf der Tanzfläche obsolet machen, denn hier scheint KeKe brighter als Diamonds. Beim Closing-Song „Schuld“ wiederum überrascht KeKe uns mit einer weiteren Stiländerung und liefert uns einen feinfühligen Singer-Songwriter Moment, der tief unter die Haut geht.

Jeder Song ist eine eigene Geschmacksexplosion und trotzdem kreiert KeKe irgendwie ein stimmiges Bild, ein vollmundiges Erlebnis. „Ich finde es faszinierend, wenn Musiker*innen stilistisch total zusammenpassenden Sound machen können. Ich schaff das nicht“, sagt die Künstlerin selbst zum Sound von „Just for Fun“. „Wenn ich daran denke, nur EINEN gewissen Sound zu machen, krieg ich Klaustrophobie. Das nimmt mir so viele Freiheiten weg.“ Man kann hören und fühlen, dass die ganze EP rein aus Lust und Laune entstanden ist – der Titel ist also durchaus Programm. 

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Diesen „Fun“ musste sich KeKe aber hart erarbeiten. „Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, was mit den Songs passieren würde, als ich sie aufnahm“, erzählt sie zum Entstehungsprozess der EP. „Ich dachte, ich würde nach meiner ersten EP nichts mehr releasen. Ich war mit den Nerven durch. Als ich im Laufe der letzten zwei Jahre „DMs“, „Schuld“ und „Krush“ aufnahm, wollte ich einfach Musik machen, ohne Plan im Kopf.“

Es ist das Dilemma aller Kreativen: Druck verdirbt die Kunst. Man braucht die Freiheit, um kreieren zu können, es ist nun mal kein Fließbandjob. Sich im Auge des Hypes selbst rauszunehmen, um erstmal klar zu kommen, ist aus Businesssicht das letzte, was man tun sollte. Aber KeKe priorisierte ihre Psyche. „Ich hab das alles überhaupt nicht gepackt“, erinnert sie sich an die Zeit ihres ersten Erfolges. „Dass ich mich ‚rar‘ gemacht habe, war absolut keine Absicht oder Strategie. Ich fand auch alles super, super geil, was passiert ist. Aber mein persönliches Wohlbefinden war einfach wichtiger in dem Moment.“ Und das muss man sich auch erstmal trauen. Nein zu sagen, auch wenn das „Ja“ so viel leichter fallen oder Sinn ergeben würde. Aber KeKe ließ sich nicht unter Druck setzen und wartete ab, bis die Zeit reif war, für ihre nächste Blüte. Und manche Pflanzen, ganz besondere, die blühen erst im November. KeKe ist eine davon und ihre Blüte ist vielleicht auch ein Zeichen für alle anderen, dass es weitergeht, wenn man den Dingen – und sich selbst – nur Zeit gibt.

Marko Mestrovic

Das ist auch ihre Hauptintention der EP: Ein Gefühl der Gemeinschaft zu schaffen. „Fast alle Songs sollen den Leuten zeigen, dass sie mit gewissen Thematiken nicht alleine sind. Mir persönlich hat sowas nämlich immer selber sehr geholfen. Wenn ich mich in der Geschichte einer anderen Person wiederfinden konnte.“ Je nachdem, welchen Song man von „Just for Fun“ hört kann man sich von KeKe und ihren Texten mal empowert fühlen, mal Trost und Halt finden und ein anderes auch einfach mal gefeiert werden. All emotions are beautiful. „Das klingt so banal, aber eigentlich ist es das nicht: Ich wünsche mir, dass sich die Leute durch die EP mit mir connecten können. Connection ist eine der elementarsten Erfahrungen unserer menschlichen Existenz. Und wenn ich schaffe, mit Songs eine Verbindung aufzubauen, dann ist das huge für mich! Vor allem in einer Welt, die immer ich-fixierter ist. Connection und Community sind das wichtigste für mich.“

Setzt euch also an den Tisch und genießt das Festmahl in großer Runde, denn KeKe served, served!

Über KeKe
KeKe (bürgerlich Kiara Hollatko) ist in Wien geboren. Sie durchlebte nicht die klassische Rap- Sozialisation und ist aktuell doch eine der spannendsten KünstlerInnen im deutschsprachigen Raum. KeKes diverse Musikeinflüsse sorgen auch für ihren speziellen Sound – sie wechselt von hartem Rap zu gefühlvollem Gesang und wieder zurück zu Rap als wäre es ihre leichteste Übung. Kiara studierte Jazzgesang und war Mitglied einer Jazz Band. 2018 tauchte sie wie aus dem Nichts, mit dem Song „Donna Selvaggia“ in der Rap-Welt auf. Nur ein Jahr später hatte sie Features mit Trettmann, Kummer und Majan und veröffentlichte ihre EP „DONNA“. Auch als Voract bei den Live-Touren von Kummer und Tarek K.I.Z. konnte sie überzeugen.

Nicht nur KeKe als Mensch, sondern auch sie als Künstlerin hat viele Facetten, denen sie den nötigen Raum gibt. Mal ist die Wienerin das Selbstbewusstsein in Person und mal sind ihre Angststörungen und Depressionen das Thema. Sie versteckt ihre vermeintlichen Schwächen nicht, sondern zeigt, dass diese zu ihr gehören. Die Musikerin bricht mit Strukturen und Erwartungen und wird genau deshalb zum Rolemodel, das vielen Frauen Kraft und Akzeptanz gibt. Außerdem kämpft die Sängerin und Rapperin offensiv gegen gängige Schönheitsideale und macht deutlich, dass niemand einer Frauen sagen soll, was sie mit ihrem Körper zu tun oder zu lassen hat. Sie feiert Diversität auf allen Ebenen und steht auch außerhalb der Songs für Empowerment, Freiheit und Mut zu Softness.

 

Quelle: Better Things

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