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Lesedauer: 3 Minuten

“Hä? Wat is dat denn?? Ich dachte, die machen Stoner!”, schallt es heute so oder so ähnlich durch die Bundesrepublik. Die Rock-CDU ist in Aufruhr: Eine deutsche Band mit stadiontauglichem Sound, die etwas ganz eigenes macht?? Blasphemie! Plainride aus Köln veröffentlichen heute ihr drittes, selbstbetiteltes Album und sorgen damit bei Genre-Pedanten aller Orten für Schnappatmung: Funk, Soul, Prog, Metal, Blues, Ska – sogar mit Rap-Einflüssen wartet der knapp 42-minütige Langspieler auf. Unten kann man das Video zu „Fire In The Sky” sehen.

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Entsprechend händeringend lesen sich die Einordnungsversuche der hiesigen Musikpresse: Clutch, Devin Townsend, Incubus, DeWolff, Blood, Sweat & Tears, Mother’s Finest, Nickelback?? Ja was denn nun? Das kann nur die geneigte Hörer:in selbst entscheiden. Eins steht fest: Was das Kölner Trio unter der Federführung von Gitarrist und Produzent Bob Vogston hier zusammengebraut hat, ist das Gegenteil von Hintergrundmusik (und das trotz des Bossa-Parts im absurdistischen “S.O.T.U.”). „Plainride“ fordert seine Hörer:innen heraus und ihre ungeteilte Aufmerksamkeit ein. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt. Mit einem eklektischen Höllenritt, einem „Strange Brew“ voller Wendungen, tanzbarer Hooks und gröhlbarer Refrains, zu gleichen Teilen gespickt mit Wut, Humor und Intellekt.

Ein für Rockverhältnisse fast schon anarchisches Album, das sich um Konventionen genau so wenig schert wie um Autoritäten. Für die hat auch Sänger Max Rebel wenig übrig, der sich in seinen Texten mal kryptisch, mal mit dem Vorschlaghammer an strukturellen Machtverhältnissen, mythologischen Herrscherfiguren und neoliberaler Hustle Culture abarbeitet. Wer genau hinhört, entdeckt in den zehn Songs einen reichen Fundus an Anspielungen, Zitaten und Referenzen, von Allen Ginsberg über Adorno und Marx bis hin zur Bibel, zum phönizischen Pantheon und den Chicago Riots von 1968 nach der Ermordung von Martin Luther King.

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Gelegenheiten, dieses erstaunliche Album live zu hören, gibt es diesen Mai en masse: Neben Auftritten auf dem legendären Desertfest in London und Berlin supporten Plainride die US Rocker Corrosion of Conformity auf deren Europatour. Dabei werden sie auch einige Dates in Deutschland absolvieren. Wer Interview- bzw. Gästelisteninteresse hat, meldet sich bitte bei mir.

01.05.23 · IE · Dublin · Academy
02.05.23 · UK · Glasgow · Garage
03.05.23 · UK · Wolverhampton · KKs Steel Mill
04.05.23 · UK · Cardiff · The Globe
05.05.23 · UK · Manchester · Bread Shed
06.05.23 · UK · London · Desertfest
08.05.23 · DK · Copenhagen · Pumphuset
10.05.23 · FR · Paris · Petit Bain
11.05.23 · DE · Cologne · Luxor
12.05.23 · NL · Eindhoven · Dynamo
13.05.23 · DE · Aschaffenburg · ColosSaal
15.05.23 · CH · Zurich · Dynamo
16.05.23 · DE · Munich · Backstage
17.05.23 · AT · Vienna · Szene
19.05.23 · DE · Erfurt · Bandhaus (ohne C.O.C.)
20.05.23 · DE · Berlin · Desertfest
21.05.23 · BE · Brussels · Botanique

Plainride – Fire In The Sky

 

Quelle: Sailor Entertainment

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