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Ein Vierteljahrhundert nach seinem größten Erfolg meldet sich der Pariser Produzent Guillaume Atlan alias The Supermen Lovers mit einem neuen Album zurück. „Coco Bingo“ ist seit dem 30. Oktober erhältlich und knüpft an den Sound an, der das Projekt bekannt gemacht hat: French House, Disco und Funk, getragen von federnden Basslines und eingängigen Melodien.

Vom „Starlight“-Hit zur French-Touch-Institution

Mit „Starlight“ gelang The Supermen Lovers im Frühjahr 2001 der internationale Durchbruch. Die Debütsingle erschien am 17. März 2001, erreichte Platz 2 in Frankreich und im Vereinigten Königreich und kam in Neuseeland, Norwegen und Wallonien in die Top 10. Gesungen hat Mani Hoffman, die weiblichen Vocals steuerte die israelische Sängerin Nili bei. Der Track basiert auf einem Sample von „The Rock“ (1978) der Disco-Formation East Coast und gilt bis heute als Klassiker der French-Touch-Bewegung. Das Debütalbum „The Player“ folgte am 1. März 2002 bei BMG und landete auf Platz 96 der französischen Charts. 2001 war Atlan bei den MTV Europe Music Awards als bester französischer Act nominiert, 2002 folgte eine Nominierung bei den Victoires de la Musique.

Atlan, geboren am 9. Februar 1975 in Paris, lernte schon als Achtjähriger am Conservatoire Francis Poulenc Klavier. Diese klassische Grundlage hört man seinen Produktionen bis heute an. Später kamen unter anderem die Alben „Between the Ages“ (2012), „Walking On The Moon“ (2017), „Clock Sucker“ (2018) und „Body Double“ (2022) hinzu. 2025 erhielt der Hit ein Update: „Starlight (The Fame)“ entstand am 20. Juni in Zusammenarbeit mit OneRepublic, produziert von Atlan, Ryan Tedder und Grant Boutin.

Sound und Produktion von „Coco Bingo“

Laut Label ist „Coco Bingo“ das fünfte Studioalbum des Projekts und erstmals komplett auf Gesang und Songwriting ausgerichtet. Musikalisch setzt Atlan auf den für ihn typischen Filter-Disco-Sound, kombiniert mit sonnigen House-Grooves, funkigen Basslines und euphorischen Melodien. Zugleich wendet er sich von hohen BPM-Zahlen ab: Statt reinem Clubsound soll das Album organischer klingen, mit Soul-Einflüssen und Original-Disco als Referenz. Atlan beschreibt die Platte als Hinwendung zu sonnigem Feel-Good-Pop. Nach rund 20 Jahren auf den Dancefloors habe er eigentlich aufhören wollen. „Coco Bingo“ sei aus einem Aufbäumen entstanden, getragen von der Haltung ‚it’s not that deep‘.

Gäste und Vorboten

Das Album umfasst elf Tracks und lebt von seinen Gästen. Der britische Sänger Kye Sones ist auf vier Stücken zu hören, Nicole Slack Jones auf dreien. Hinzu kommen Cesar & The Idem Colony, Edem Omega und Alexis Perez. Im Vorfeld erschienen mehrere Singles: „Coloque Seu Canudo“ gilt als erste Auskopplung, bei der laut Streamingdienst auch Nile Rodgers und Bernard Edwards von Chic als Komponisten geführt werden. „Dancing In The Rain“ mit Kye Sones ist die dritte Single, „Midnight Train“ mit Alexis Perez die vierte. Ebenfalls vorab erschien „One & More“.

Einordnung

Mit „Coco Bingo“ verschiebt Atlan den Schwerpunkt vom Club zum Song. Das passt zu einem Projekt, das stets von der Verbindung aus Disco-Samples, Funk-Gitarren und House-Beat lebte. Der Fokus auf Gesang und Songwriting erweitert diese Formel nun um eine Pop- und Soul-Perspektive. Zur Albumvorstellung gab es in Paris zudem die Club-Reihe „Coco Bingo Disco Club“ im Café Chéri sowie am 24. September im Rex Club eine Jubiläumsnacht zu „Starlight“.

Genres

  • French House
  • Disco
  • House
  • Funk