Mit „Meine Freunde haben Angst“ legt Baumgart eine neue Single vor, die ein sehr gegenwärtiges Unbehagen zum Thema macht: die Überforderung durch einen Nachrichtenstrom, der kaum noch Pausen kennt. Der Song ist als emotionale Indie-Pop-Nummer angelegt und fragt, was passiert, wenn man einer Welt gegenübersteht, auf die der eigene Einfluss gering scheint.
Zukunftsangst als Ausgangspunkt
Im Zentrum steht ein Gefühl, das viele kennen dürften: Man verfolgt täglich neue Krisen und Katastrophen, nimmt immer mehr Informationen auf und weiß irgendwann nicht mehr, wohin damit – und wohin mit der eigenen Angst. Baumgart selbst fasst die Idee so zusammen, dass der Song von der Furcht vor schlechten Nachrichten in den Medien handelt. Die Reaktion darauf ist weniger Rückzug als Ausweichbewegung: Man flüchtet in die Nacht und schiebt den nächsten Morgen mit Tanzen und Feiern hinaus.
Die Nacht als Gegenentwurf
Dramaturgisch wird die Nacht zum Gegenpol des Nachrichten-Overloads. Sie steht für etwas Lautes und Unbeschwertes, das weit weg ist von der Realität, die sonst ununterbrochen auf einen einprasselt. Der Titel „Meine Freunde haben Angst“ verlagert das Thema zudem vom Ich ins Wir: Es geht nicht um ein einzelnes Grübeln, sondern um eine geteilte Stimmung innerhalb eines Freundeskreises, in dem Feiern auch zur gemeinsamen Bewältigungsstrategie wird. Das ist ein klassisches Spannungsfeld des Indie-Pop, in dem Melancholie und Tanzbarkeit oft eng beieinanderliegen.
Einordnung in Baumgarts bisherige Singles
Baumgart stammt aus Dortmund und lebt inzwischen in Hamburg. Mit 22 Jahren wurde er von Good Kid Records in Zusammenarbeit mit Universal Music (Polydor) unter Vertrag genommen. Seine Musik bewegt sich nach Angaben des Labels zwischen Indie und Rap; der Rolling Stone beschreibt sie als Mischung aus Pop, Electro und HipHop, er selbst nennt sie eine „Wundertüte“. Als liebsten Sänger nennt er Freddie Mercury.
Die Debütsingle „Der schlimmste Ort ist in mir drin“ erschien am 13. Februar 2026, produziert von Felix Gerlach und von Moritz Enders gemischt und gemastert. Am 27. März 2026 folgte „Loser“, ein Song über Mobbing, das Gefühl, missverstanden zu werden, und seine Außenseiterrolle in der Kindheit in Dortmund. Zu den bisherigen Veröffentlichungen zählt außerdem „Junge im Mond“. Mit „Morgen früh“ erschien am 19. Juni 2026 eine Single mit rauen Gitarren und treibenden Drums, die von einer Nacht voller Freiheit und Gemeinschaft erzählt. Der Nacht-Fokus von „Meine Freunde haben Angst“ knüpft thematisch daran an, wechselt aber die Perspektive: Statt Aufbruch steht nun das Ausweichen vor dem nächsten Morgen im Mittelpunkt.
Live-Erfahrung trotz kleinem Katalog
Dass Baumgart schon früh auf der Bühne gefragt ist, zeigte der 21. Juni 2026: An diesem Tag spielte er ein Konzert bei der Fête de la Musique in Berlin und trat zudem beim Preis für Popkultur im Zeiss-Großplanetarium auf – mit erst vier veröffentlichten Songs. Im Oktober 2026 war er außerdem als Support auf der „demos & deeptalks tour 2026“ von smello unterwegs, unter anderem am 25. Oktober im Berliner Privatclub.
Genres
- Indie Pop
- Pop Deutschsprachig
- Indie / Alternative
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