Mit „Time Lab“ legen Yello ihr 15. Studioalbum vor. Das Werk der Schweizer Elektronik-Pioniere Boris Blank und Dieter Meier ist seit dem 30. Oktober erhältlich und erscheint bei Polydor. Schon der Titel verweist auf das Konzept: Das Album versteht sich als Labor, in dem Vergangenheit und Gegenwart des Duos zusammenfinden.

Ein Archiv als Ausgangspunkt
Für „Time Lab“ ging Boris Blank sein über Jahrzehnte gewachsenes Klangarchiv durch. Darin lagern unzählige Samples, Melodiefragmente und musikalische Skizzen. Aus diesem Material und neuen Einfällen entstanden Stücke, die den charakteristischen Yello-Sound aufgreifen und zugleich weiterführen. Blank betont, man könne sich nicht jeden Tag neu erfinden. Stattdessen hole man immer wieder Dinge aus der Vergangenheit hervor, die einen Schritt für Schritt weiterbrächten.
Besonders reizvoll ist ein Detail aus der Entstehung: Einer der Songs geht auf eine bislang ungenutzte Gesangsaufnahme von Dieter Meier aus den frühen Yello-Tagen zurück. Sie wurde kurz vor Fertigstellung des zweiten Albums „Claro Que Si“ (1981) aussortiert. Blank gab der Gesangsspur nun ein neues Arrangement und holte sie damit nach Jahrzehnten ins Album.
Songs, Gäste und Vorab-Singles
„Time Lab“ umfasst 14 Tracks. Mit „Around The Sun“ und „Break Out“ erschienen vorab bereits zwei Singles, die erste im Juni, die zweite im August 2026. Als Gäste sind die Sängerinnen Heidi Happy („You And Me“, „Beautiful You“) und Malia („Dancing Flame“) beteiligt. Weitere Titel sind „Unbelievable“, „About Time“, „Spin Back“, „Streets Of Berlin“, „China Blue“, „Burning Dream“, „Midnight Traffic“ und „Zebra“.
Musikalisch bleibt das Duo seiner Handschrift treu: Blanks sample-basierte Klangcollagen und rhythmische Elektronik treffen auf Meiers markanten, oft sprechgesangsnahen Vortrag. Das Ergebnis bewegt sich zwischen Electronica und Synth-Pop, mit dem experimentellen Zugriff, der Yello seit jeher auszeichnet.
Gestaltung und Formate
Das Cover stammt vom Zürcher Grafiker Ernst Gamper, der auch die Artworks von „You Gotta Say Yes to Another Excess“ und „Stella“ gestaltet hat. Das Album erscheint in diesen Formaten:
- CD
- 2LP
- Blu-ray Audio
- Im Yello-Shop zusätzlich als nummeriertes Hardcover-Book mit 2LP Picture Vinyl, CD, Blu-ray Audio, drei Bonustracks und 40-seitigem Booklet, limitiert auf 3000 Stück
Einordnung in die Yello-Geschichte
Yello gründeten sich 1979 in Zürich. Boris Blank und Carlos Perón starteten das Projekt, Dieter Meier kam als Sänger hinzu; Perón verließ die Band 1983. Der Bandname geht auf Meiers Wortspiel „a yelled Hello“ zurück. Der kommerzielle Durchbruch gelang 1985 mit dem Album „Stella“. „Oh Yeah“ entwickelte sich mit Verzögerung zum Hit, erreichte die US-Singlecharts und tauchte in Filmen und Serien wie „Ferris Bueller’s Day Off“ und „The Simpsons“ auf. „The Race“ kam auf Platz 7 der britischen Singlecharts.
Auch in jüngerer Zeit blieb das Duo erfolgreich: „Toy“ (2016) erreichte Platz 1 in der Schweiz und Platz 2 in Deutschland. Der Vorgänger „Point“ (2020), das 14. Studioalbum, stieg in der Schweiz auf Platz 1 ein, in Österreich auf Platz 5 und in Deutschland auf Platz 6. „Time Lab“ knüpft daran an, indem es die Klangwelt der frühen Jahre mit dem heutigen Produktionsstand verbindet.
Genres
- Electronica
- Synth-Pop
- Electronic
MISTER MIXMANIA
