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Joris erzählt in seiner neuen Single „Ikarus“ von Höhenflügen, Erwartungsdruck und Bodenhaftung – ein persönlicher Vorbote auf sein kommendes Album – nach über zehn Jahren Karriere.

Wer zu hoch fliegt, verbrennt sich die Flügel – so erzählt es der griechische Mythos. Joris dreht die Geschichte jetzt um: In seiner neuen Single „Ikarus“, seit dem 23. Oktober erhältlich, geht es nicht nur um den Absturz, sondern vor allem um die Landung und darum, dass es sich unten auf dem Boden ziemlich gut leben lässt.

Es ist ein Song, der ganz nah an seiner eigenen Biografie gebaut ist. Joris singt von plötzlichem Erfolg, von riesigen Erwartungen und diesem Gefühl, höher zu schweben, als man es sich je hätte ausmalen können. Und davon, was so ein Höhenflug mit einem macht. Der Berliner Wahl-Hauptstädter, der in Brinkum bei Stuhr geboren wurde, nimmt dabei ein Stück weit sein eigenes Leben als Vorlage: Die Erfahrung, wie schnell ein früher Hit zur Last werden kann, kennt er aus erster Hand. „Ikarus“ ist eine Single im Bereich des deutschsprachigen Pop und der Vorbote seines kommenden Albums.

Seine eigenen Worte dazu sind fast die schönste Zusammenfassung: Er dürfe seit über zehn Jahren viele Höhenflüge erleben und sei dankbar für die Menschen und Dinge, die ihn am Boden halten, ihm Ausgleich und Ruhe schenken und ihm auch bei Tiefschlägen Halt geben. „Ikarus“ sei eine Art Dankes-Ode an alles, was ihm hilft, einen gesunden Abstand zur Sonne zu wahren – und dabei immer einen Hauch demütiger zu bleiben als der echte Ikarus. Das ist ein Satz mit Augenzwinkern, aber auch mit ordentlich Tiefgang.

Vom Überflieger zum Bodenständigen

Wer sich an 2015 erinnert, weiß, wovon Joris spricht. „Herz über Kopf“ lief damals gefühlt auf jedem Sender, kletterte auf Platz 14 der deutschen Single-Charts und brachte es auf Dreifachgold, in Österreich sogar bis auf Platz 3. Das Debütalbum „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ stieg auf Platz 3 der deutschen Album-Charts ein und hielt sich 22 Wochen in den Top 50. Dazu kamen Gold-Status und 2016 gleich drei Echos, darunter der Echo Pop als „Newcomer des Jahres (national)“. Produziert hatte das Album übrigens Ingo Politz gemeinsam mit Mic Schröder. Vor der Solokarriere stand Joris außerdem bei der Indie-Pop-Band Oakfield auf der Bühne.

Danach wurde es leiser um ihn – nicht, weil er die Musik an den Nagel gehängt hätte, sondern weil der Druck nach einem frühen Erfolg in der Branche oft mehr zerstören als aufbauen kann. 2018 folgte „Schrei es raus“, 2021 „Willkommen Goodbye“, nach der zugehörigen Tour zog er sich von der Bühne zurück. Anfang 2025 meldete er sich dann mit dem Album „zu viel retro“ zurück. Im selben Jahr feierte „Hoffnungslos hoffnungsvoll“ zehnjähriges Jubiläum, und mit der irischen Band Pictures This erschien mit „Heart over Head“ eine englische Version von „Herz über Kopf“.

Und 2026 nimmt die Geschichte noch einmal Fahrt auf: Im Frühjahr ging sein älterer Song „Sommerregen“ auf TikTok viral, am 29. Mai erschien darauf die Single „Sternenstaub“. Jetzt also „Ikarus“ – ein Song, der zeigt, wie ein Künstler mit Pop, Haltung und einer ordentlichen Portion Selbstreflexion auf seinen eigenen Weg zurückblickt. Mehr zum kommenden Album dürfte bald folgen. Man darf gespannt sein, wohin die Reise von hier aus geht.