Das Café Wah befindet sich im Laurel Canyon – und beides liegt in Kreuzberg. Das sagt nicht Google Maps, das erschließt sich aus den Koordinaten, die man aufsucht, wenn man Grateful Cat aus Berlin kennenlernen will.

Grateful Cat sind ein musikalischer state of mind, befinden sich aber auch an einem ganz profanen Ort: In Frankys Küche. Die liegt in der einen Richtung ein paar Laufminuten von der Ankerklause entfernt, in der anderen vom Posh Teckel. Und auch der M41 ist in Spuckweite, aber den nehmen Grateful Cat selten – es passt ihnen ganz gut da, wo sie sind: Am Küchentisch, mit Gitarre und Bass in der Hand, Aufnahme läuft.

Grateful Cat – jetzt verdichten sich die Spuren also – sind zwei gut angezogene Freunde aus Berlin, die sich seit Jahren durch ihre gegenseitigen Plattensammlungen hören. 

Gwendolin und Franky sind Grateful Cat, Songwriter-Duo aus Berlin, die von der Eastcoast Bob Dylan, Velvet Underground und Jonathan Richman mögen, von der Westcoast die Byrds, Neil Young und die Doors. Aber auch Linda Ronstadt, Gram Parsons, Ween, Teenage Fanclub, die Housemartins, Guided By Voices, Dinosaur Jr. und einen großen Teil des restlichen Indierocks der 90er. Und: schön klassisch altmodische Musik der 50er und 60er – am besten mit Harmoniegesang. Dieser eklektische und stilsichere Katalog teilt sich sehr gerecht auf Gwendolin Tägert und Franky Fuzz auf – mit Gwen an der 90s-Front und Franky knietief im Nostalgischen – aber die Ramones und die Beatles mögen sie beide. „Naja“, sagen Franky und Gwen: „Jeder liebt die Beatles.“

Grateful Cat, okay – der Katze kommt man langsam auf die Spur: Indie, Retro-Powerpop und Indiefolk tauchen auf der Landkarte auf – und dit allet hier vor der Haustür: Das unbedingt berlinerische Duo ist ordentlich verliebt in klassisches Songwriting, schöne Harmonien und, vor allem, in mehrstimmigen Gesang.

Seit 2020 treffen sich Gwendolin und Franky in der kleinen Kreuzberger Altbau-Küche und schreiben Songs zusammen – und schnell war klar, dass sie ihre musikalischen Ambitionen fusionieren möchten. Denn irgendwann in nebelverhangenen Tagen vor der Geburtsstunde der Cat hatte Gwen die Idee, ein Solo-Album zu machen – enter Franky:

Ich wollte eigentlich, dass Franky mir Gitarrenunterricht gibt, denn ich wollte dieses Solo-Album machen. Hatte ich mir in einem mutigen Moment überlegt – und da hab ich ihn nach Unterricht gefragt. Zum Glück hat er das nicht gemacht, sondern hat einfach gleich selber Gitarre gespielt. Was viel besser war für mich, denn er ist richtig schnell und kann immer gleich alle Ideen umsetzen. Das ist mehr als praktisch!“ erzählt Gwen.

„Wir kennen uns schon so lange und wollten schon immer zusammen musizieren, haben‘s aber nie so richtig geschafft“. Und plötzlich griffen ein paar Puzzleteile ineinander: Gwen hatte schon eine Handvoll eigener Songs geschrieben, war aber zu schüchtern, sie allein zu performen und wusste nicht, wie’s weitergehen könnte. Da schickte sie Franky einfach mal einen track, für Feedback. Der Gitarrist und Sänger war begeistert – und sang einfach mal eine zweite Stimme dazu. Beim nächsten Song war es eine Gitarre, die von Franky Fuzz kam – und, so Gwen, den Song veränderte, besser machte: Grateful Cat war geboren.

Der mädchenhafte Gesang von Bassistin Gwendolin Tägert, die mit Mondo Fumatore und Half Girl ein Indie-Postergirl der der 90er und 2000er wurde, bei Locust Fudge und Jens Friebe mitspielte und den küchentechnisch verbandelten Cremant Ding Dong angehört, lässt Melodien auf ihrer Zunge schmelzen wie Zuckerwatte und weckt das Bedürfnis, sich den ganzen Tag lang auf blumiger Bettwäsche liegend JingleJangle- und Twee-Hymnen anzuhören – oder eben gleich das Grateful Cat-Album, das C86 aufs Beste mit Folk verstrickt. Das liegt vor allem an den klaren Songstrukturen und an Franky Fuzz‘ Gitarre und seinen Harmonien, die immer etwas aus der Jetztzeit gefallen sind. Der Berliner Gitarrist verdankt seinen Namen seinem Posten bei Fuzzy Casino, einer sexy Retro-Indieband, die um die Jahrtausendwende stattfand. Danach bestimmten deutsche Singer-Songwriter-Sachen und Liedermacherei sein Schaffen, aber auch das Spiel in der Bodo Wartke-Band und ebenfalls den Cremant Ding Dongs. Am liebsten aber macht Franky englische Pop-Rockmusik – in der Küche.

Grateful Cat ist eine bekennende Küchenband: Alles, was das Duo angeht, passiert in Frankys Küche. Songs schreiben? Check. Proben? Check. Aufnehmen? Check. Weinschorle trinken? Check. Es funktioniert so gut, dass Gwen und Franky mit keiner anderen Band den Proberaum tauschen möchten:

„Es hat nur Vorteile: Wir müssen nicht so laut sein und gegen verzerrte Gitarren ansingen – das macht natürlich mal Spaß im Proberaum, aber wenn man vor allem Harmoniegesang singen möchte, ist es ohne lautes Schlagzeug einfach schöner. Eine Küchenband ist dafür super praktisch, weil alles auf so einem Wir-können-gut-arbeiten-Lautstärkeniveau passiert. Außerdem ist es sehr gemütlich, wir sind in dem Umfeld, in dem wir uns wohlfühlen und können uns immer guten Kaffee machen”, sagt Gwen. „Ich finde, dass die Kreativität in so einem häuslichen Umfeld viel besser fließt. Man kann zwischendrin einfach mal kochen. Kann machen, wie und was man will, sehr auf den kreativen Moment und aufs Wohlfühlen ausgerichtet. Anders kann ich‘s mir gar nicht mehr vorstellen“, ergänzt Franky.

„Wir nehmen auch alles in der Küche auf, weil’s am bequemsten ist“: Begeistert erzählen die beiden, dass sie kein großes Studio brauchen und man selbst mit geringen Mitteln wunderbare Aufnahmen machen kann: Mit einem Mikrofon, einer Gitarre und einem Bass, das reicht Grateful Cat. Und ein Schlagzeug kann man schließlich auch mit einer kleinen Trommel einspielen – und mit vielen Rasseln. „Es wird viel gerasselt“, bestätigt Gwen.

Die meisten Songs von Grateful Cat sind bar jeder Midi- oder Elektronik-Zutat – höchstens mal eine Orgel darf auftreten. Der organische Sound der Band ist live wie auf Platte handgemacht und unbedingt selbstgemacht, denn ebenso den kompletten Aufnahmeprozess besorgen Gwen und Franky selber: Vom Engineering übers Einspielen, Singen, Producen und Mixen wird alles selbst erledigt, bis hin zum Aufhängen von Pullovern entlang der Fliesen: „Damit die Kacheln nicht so den Sound reflektieren“, erklärt Gwen und Franky bestätigt: „Aus widrigsten Bedingungen was rausholen. Das hat viel Freude gemacht!“

Für Gwendolin Tägert und Franky Fuzz ist das Do It Yourself eine ganz wichtige Sache: Das Ethos ist Identität. „Wir denken uns alles selbst aus – auch, was in den Videos passieren soll. Niemand redet uns rein. Nur mit einer weiteren Person unseres Vertrauens, die Fotos und Videos mit uns macht, erledigen wir als Dreierteam alles DIY.“

„Als wären wir nochmal 20 und starteten mit einem neuen Projekt durch!“: Grateful Cat hat zwei Singer-Songwriter zusammengeführt, die die nächste erklärte Lieblingsband für Drinnis wie Draussis sein kann und ein starkes Statement dafür ist, der Musik immer den Platz im Leben einzuräumen, den sie im Herzen hat. „Mir bedeutet Grateful Cat sehr viel, weil ich hier die Chance habe, mit einer tolle Songwriterin zusammen englische, zweistimmig gesungene Popsongs zu schreiben – und das macht mir fast am meisten Spaß in der Musik“, erklärt Franky Fuzz nachdrücklich – und Gwen ergänzt: „Genau, Musikmachen bedeutet auch mir wirklich viel, und Franky ist ein super Musiker und ein sehr schneller Kopf, was Songwriting angeht. Das macht es für mich so spannend.“  Die Band nennen Gwendolin Tägert und Franky Fuzz ein großes Glück: “Gemeinsam und völlig gleichberechtigt am Tisch sitzen und Songs schreiben, das geht bei uns – das fühlt sich gut an und das Ergebnis ist Glück für uns!”

Kurzinfo:

Gwendolin und Franky sind Grateful Cat, ein Songwriter-Duo aus Berlin, die vom Geist des Laurel Canyons und dem New York der Folk- und Beatszene der 60er beeinflusst sind. Indie, Retro-Powerpop und Indiefolk tauchen auf der Landkarte auf – das unbedingt berlinerische Duo ist ordentlich verliebt in klassisches Songwriting, schöne Harmonien und in mehrstimmigen Gesang. Vor allem aber ist Grateful Cat eine bekennende Küchenband: Songs schreiben, singen, proben, recording – alles passiert in einer kleinen Altbauküche in Kreuzberg. Ein ganzes Studio wird da ersetzt, wenn Grateful Cat Gitarre, Bass, Perkussion und mehrstimmigen Gesang aufnehmen. Für Gwendolin Tägert und Franky Fuzz ist das Do It Yourself eine ganz wichtige Sache: Das Ethos ist Identität. Und dem Sound der Band tut das gut: Der organische Sound der Band ist live wie auf Platte handgemacht und klingt nach großer Lust auf zeitloses Songwriting, twee-tastic Boy-Girl-Harmonies und langen, gut verquatschten Abenden in der – genau – Küche.

Im Mai 2023 erscheint Grateful Cat’s  Debut-Album “Stray with me” – 12 Songs voller wunderbarer Gitarren und entzückender Harmonies. „Puppy School Dropout“, „Back to West-Berlin“, „I’d love to write a country song but I’m a city girl” – solche Titel machen Instant-Lust, reinzuhören in die Grateful Cat Welt. Mit “Normal Times” kündigen sie ihre Debut-Single an und suchen schon mal ihre Rasseln zusammen – kann losgehen!

 

 

Quelle: NK PR