Ostbahn Kurti; Kurt Ostbahn; Dr. Kurt Ostbahn sind einige der Bezeichnungen unter welcher der Sänger Willi Resitarits bekannt ist.

Kurt Ostbahn bzw. Dr. Kurt Ostbahn ist eine im Scherz erfundene Kunstfigur, die ein Eigenleben entwickelte. Dahinter verbergen sich der Wiener Musiker Willi Resetarits und der Texter Günter Brödl.

Mitte der 1970er Jahre war in der Sendung Musicbox des Radiosenders Ö3 ein musikalischer Jahresrückblick zu hören. Wolfgang Kos fragte seinen Ko-Moderator Günter Brödl, wie amerikanische Vorstadtmusiker wie Southside Johnny & the Asbury Jukes wohl in Wien heißen würden. Brödl antwortete Ostbahn Kurti & die Chefpartie.

1979 wurde Brödls Theaterstück „Wem gehört der Rock 'n' Roll?” uraufgeführt. In diesem Stück hat Kurt Ostbahn bereits eine komplette Biografie. Angeblich hat Kurt Ostbahn bereits zwei vergriffene LPs produziert, Liedtexte wurden in diversen Literaturzeitschriften publiziert, die Arbeiterzeitung veröffentlichte ein Porträt und die Musicbox sendet ein Interview mit Kurt Ostbahn.

Um die Authentizität seiner Kunstfigur zu steigern, inserierte Brödl Anzeigen wie: „Suche Ostbahn-Kurti-LPs!” oder sprayte an Autobahnbrücken sein Graffiti „Kurt Ostbahn lebt!”. Brödl gab sich als Kurts Kontaktperson aus.

1983 traf Günter Brödl auf Willi Resetarits. Resetarits, der zu diesem Zeitpunkt mit den Schmetterlingen gesellschaftskritischen Folk machte, verkörperte nun die Figur des Kurt Ostbahn in der Öffentlichkeit. In der Folge konzentrierte sich Brödl auf die Texte, Resetarits und Band übernahmen den musikalischen Part.

Brödl coverte ins Wienerische übertragene Rockklassiker wie z.B. It's All Over Now/Ois hod sei End von Ry Cooder, Stevie Ray Vaughan und anderen. 1985 erschien die erste LP von Ostbahn Kurti & die Chefpartie. Es folgten Livekonzerte, Ostbahn-Kurti-Comics und Romane. Zudem 1997 der Film „Blutrausch” sowie ein Liederbuch (1998).

Nachdem Günter Brödl am 10. Oktober 2000 45jährig einem plötzlichen Herztod erlag, gab Kurt Ostbahn und die Kombo 2003 eine Abschiedstournee. Am Silvesterabend 2003 gab Resetarits zum letzten Mal die Rolle des Kurt Ostbahn.

Im folgenden Jahr 2004 befand sich plötzlich an einer Gürtelbrücke beim AKH ein Transparent: “Ostbahn lebt!”. Dieses wurde recht lang von dem Magistrat geduldet.

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Wilhelm “Willi” Resetarits ( 21. Dezember 1948 in Stinatz, Burgenland/Österreich) ist ein österreichischer Sänger, Kabarettist und Menschenrechtler. Resetarits ist ein Burgenland-Kroate.

Resetarits studierte Anglistik und Sport mit dem Ziel, Lehrer zu werden, doch seine Karriere als Musiker verlief so erfolgreich, dass er dieses “Sicherheitsnetz” nicht brauchte.

1969 wurde Resetarits Mitglied der Politrockband Schmetterlinge, mit der er 1977 am Eurovision Song Contest in London mit dem Lied Boom-Boom-Boomerang den vorletzten Platz erreichte. Ihr bedeutendstes Werk ist die “Proletenpassion” (Text: Heinz Rudolf Unger), das 1976 bei den Wiener Festwochen uraufgeführt wurde. In der Proletenpassion werden soziale Fragen, Herrschaft, Unterdrückung und Revolutionen in Europa vom 16. bis zum 20. Jahrhundert bearbeitet.

Ab Mitte der 1980er Jahre verkörperte er mit großem Erfolg die Figur des Kurt Ostbahn. Im Dezember 2003 hat Willi Resetarits sein Alter Ego Kurt Ostbahn vorübergehend in die Pension geschickt und gab keine Konzerte mehr als Kurt Ostbahn, da sein Kollege und der Erfinder dieser Figur, Günter Brödl, am 10. Oktober 2000 plötzlich verstarb.

Von 1995 bis 1998 gestaltete Resetarits die wöchentliche Radiosendung Sonntag mittags auf Radio Wien, bei der er sein Talent als Entertainer (und schon bei manchen “Ostbahn-Konzerten” waren die Moderationen länger als die Musik) unter Beweis stellen konnte. Der programmatischer Titel lautete Trost und Rat von und mit Dr. Kurt Ostbahn. Dieses Projekt nahm er im Oktober 2006 – diesmal unter bürgerlichem Namen – wieder auf.

Seit Ende 2006 ist Trost und Rat mit Willi Resetarits wieder auf Sendung bei Radio Wien (ORF). Im Jahr 2007 ist die Sendung ab 7. Jänner jeden Sonntag zwischen 13 und 14 Uhr zu hören.

Resetarits ist politisch engagiert und Mitbegründer der Organisationen Asyl in Not und SOS Mitmensch sowie des Integrationshauses Wien, wo er auch Vorstandsvorsitzender ist. Er wurde wegen eines Aufrufs zur Wehrdienstverweigerung verurteilt.

Fälschlicherweise wurde Willi Resetarits des öfteren als Übersetzer von Asterix ins Wienerische geführt – tatsächlich wurden die zwei mit “Dr. a.D. Kurt Ostbahn” bezeichneten, 1997 und 1998 erschienenen Bände jedoch von Günter Brödl übersetzt.

Lukas Resetarits und Peter Resetarits sind Brüder von Willi Resetarits.

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