Hip Hop erfährt in Deutschland durch Audio88 eine längst überfällige Revolution. Da brennt es einem endlich wieder unter den Nägeln und das Herz jubelt, dank der Energie, die diese Musik zu entfachen im Stande ist.
Wenn man Audio88 hört, könnte man meinen, da hat sich jemand den Aufruf „Denk Laut!“ wirklich zu Herzen genommen. In seinen Texten findet die Wut und die Verzweiflung über den Zustand unserer Welt Ausdruck. Die Paradoxien des Alltags und die Absurditäten des Menschseins, die Audio88 pointiert zu beschreiben weiß, können einem das Lachen oftmals im Halse steckenbleiben lassen. In der Not der Verzweiflung, scheint nur der Humor noch helfen zu können, die Situation ertragbar zu machen. So wechselt Audio88 gekonnt zwischen der Rolle des Propheten und der des Clowns, der sich nicht selten auch an die eigene Nase faßt.
Audio88 liegt stilistisch irgendwo zwischen Rap und gesprochenen Texten. Mit Deutsch-Rap hat Audio88 soviel zu tun wie Monty Python mit Karl Dall. Doch egal wie man es nennen mag, das, was es bei Audio88 an Sprachwitz und unglaublich treffenden Zeilen zu hören gibt, hat das Potential einen vollkommen umzuhauen, womit die Bezeichnung Punchline hier eine sehr wohltuende Bedeutung bekommt.
Audio88 wird mit seinen Worten zum Attentäter auf seine eigene Trägheit und Angepaßtheit. Er läßt uns teilhaben an seinen persönlichen gesellschaftlichen Krisen und schärft damit das Bewußtsein für längst überfällige Veränderung. Dabei scheint er nur auszusprechen, was wir zwar so noch nie gehört haben, aber eigentlich schon immer wußten.
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