Elvis Costello (* 25. August 1954 in London; eigentlich Declan Patrick Aloysius MacManus) ist ein englischer Musiker.

Anfänge

Costello ist der Sohn von Ross MacManus, der in den 1950er und 1960er Jahren ein erfolgreicher englischer Sänger und Komponist war (Patsy Girl). Elvis Costello begann seine Karriere als New-Wave-Ausgabe von Buddy Holly, erste musikalische Gehversuche machte er mit Bands wie Flip City oder den Mothertruckers. Er nannte sich zunächst DP Costello, bis er sich schließlich den Künstlernamen Elvis Costello zulegte.

1977 veröffentlichte er sein erstes Album My Aim is True. Begleitband war die Band Clover, die in anderer Besetzung später als Huey Lewis and the News bekannt wurde. Schon dieses erste Album schaffte es in die Top 40 der Billboard-Charts.

Die folgenden, von Nick Lowe produzierten Alben This Year’s Model und Armed Forces wurden noch erfolgreicher. Allerdings folgte nun auch der erste Skandal. Während eines Wortgefechts in einer Kneipe in Florida ließ er sich abfällig über afroamerikanische Musiker aus. Costello musste seine US-Tour abbrechen, obwohl er sich entschuldigte und bei Rock Against Racism auftrat. Daraufhin fielen die Verkaufszahlen für das Album Armed Forces.

Erfolge in den 80ern

Zurück in England wurde Costello zum Produzenten von The Specials, einer der wohl erfolgreichsten englischen Ska-Bands neben Madness. 1980 erschien sein viertes von alten Motown- und Stax-Aufnahmen geprägtes Album Get Happy!! Damit war Costello weniger erfolgreich als mit den drei Vorgänger-Alben, die Musik traf nicht den Geschmack der Zeit.

1981 veröffentlichte er mit Almost Blue ein Album mit Country-Covern. 1982 erschien Imperial Bedroom, das Costello mit seiner Begleitband The Attractions und dem Royal Philharmonic Orchestra in London live aufführte.

1983 nahm Costello mit den Produzenten Clive Langer und Alan Winstanley das poporientierte Album Punch the Clock auf, an dem neben einem weiblichen Backgroundchor und einer Bläsersektion (TKO-Horns) der Jazz-Trompeter Chet Baker mitwirkte.

1984 trat Costello als Produzent der Folk-Punk-Band The Pogues auf, mit denen er auch auf Konzerten auftrat und deren Bassistin Cait O’Riordan er anschließend heiratete. Im selben Jahr erschien das Album Goodbye Cruel World, zu dem er 1995 bei der Neuveröffentlichung auf CD schrieb: “Congratulations! You’ve just purchased our worst album.” („Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gerade unser schlechtestes Album gekauft.“)

Die folgenden Alben King of America – seinem ersten Album ohne The Attractions – und Blood and Chocolate wurden zwar von der Kritik gelobt, aber vom Publikum kaum wahrgenommen.

Comeback

Erst 1989 konnte er mit dem Album Spike wieder einen größeren eigenen Hit landen. Die Single Veronica, auf der auch der Koautor des Songs Paul McCartney zu hören ist, wurde zu seiner erfolgreichsten in den USA. Auch auf dem folgenden Album Mighty like a Rose (1992) sind (wie auch auf den Alben von Paul McCartney aus dieser Zeit) einige gemeinsame Songs von Costello und McCartney zu hören.

Ab 1992 arbeitete er mit den Streichern des Brodsky Quartet zusammen. Es entstand das Album The Juliet Letters. Costellos Interesse rückte in den 90ern verstärkt in den Bereich der klassischen Musik. 2001 ging er den „umgekehrten“ Weg: In Zusammenarbeit mit der von ihm verehrten schwedischen Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter veröffentlichte er mit dem Album For the Stars einen der gelungeneren Ausflüge einer Klassik-Größe in die Popmusik. 1994 veröffentlichte er seine erste Filmmusik, die er zusammen mit Richard Harvey für die BBC-Serie G. B. H. komponiert hat. Allerdings unternahm er immer wieder Ausflüge in die Popwelt, so sang er im selben Jahr mit Tony Bennett bei MTV Unplugged mit.

Ebenfalls 1994 erschien das Album Brutal Youth, auf dem Costello mit seinem alten Produzenten Nick Lowe und unter Mitwirkung von Mitgliedern der Attractions Erinnerungen an die rauen Aufnahmen seiner Anfangsjahre wach werden ließ. All this Useless Beauty von 1996, das erste komplette Album mit den Attractions nach der Trennung, schlug wesentlich sanftere Töne an. Hier stellte Elvis Costello – der inzwischen zu einem gefragten Songwriter avancierte – vorwiegend Songs vor, die er ursprünglich für andere Künstler wie z. B. Johnny Cash, Dusty Springfield, Aimee Mann oder Roger McGuinn geschrieben hat.

1997 war er in Spiceworld – Der Film von den Spice Girls zu sehen. Nebenbei komponierte er Beiträge zu den Soundtracks von The Big Lebowski und Notting Hill. Mit Easy-Listening-König Burt Bacharach nahm er 1999 I’ll Never Fall In Love Again für die Musik zu Austin Powers 2 auf. Ein Jahr zuvor hatten die beiden das Album Painted From Memory eingespielt und damit einen Grammy gewonnen.

Privates und Berufliches ab 2000

2002 erschien mit When I Was Cruel sein erstes Rock-Album seit 1995. Im selben Jahr ließ er sich nach sechzehn Jahren Ehe von der ehemaligen Pogues-Musikerin Cait O’Riordan scheiden. Das Ergebnis seiner neuen Liebesbeziehung zu Diana Krall ist North, eine Sammlung an Liebesliedern mit Klavier- und Orchesterbegleitung.

2003 heirateten Costello und die kanadische Jazzpianistin und Sängerin Diana Krall. Seit Dezember 2006 haben sie Zwillinge. 2004 trat Costello zusammen mit T-Bone Burnett bei der Oscar-Verleihung auf, um einen gemeinsam komponierten und für den Oscar nominierten Song für den Film Unterwegs nach Cold Mountain zu präsentieren.

2004 veröffentlichte Costello gleichzeitig The Delivery Man und Il Sogno. Während The Delivery Man wegen seiner Country-Anleihen und der bewusst rauen Produktion Erinnerungen an King of America und Blood and Chocolate weckt, steht Il Sogno, das für eine Ballettaufführung von William Shakespeares Sommernachtstraum komponiert wurde, eher in der Tradition von The Juliet Letters. Der Jazzgitarrist Bill Frisell, mit dem er 1995 das Live-Album Deep Dead Blue veröffentlicht hatte, lud Costello für das Eröffnungskonzert in der Reihe Century of Song bei der RuhrTriennale ein, bei dem sie zusammen neue Arrangements von Costello-Songs, Traditionals, Evergreens von Lerner und Loewe, Burt Bacharach und Brook Benton spielten.

2006 erschien im März ein neues Album mit einem Konzertmitschnitt aus dem Juli 2004, wo Costello beim North Sea Jazz Festival in Den Haag zusammen mit dem Metropole Orkest unter der Leitung von Vince Mendoza auftrat. Der Live-Mitschnitt bietet einen Querschnitt durch Costellos musikalisches Schaffen vom Rock ’n’ Roll der achtziger Jahre (Clubland) bis zur Kammermusik (Put Away Forbidden Playthings) der Neunziger. Des Weiteren ist Elvis Costello im Juni bei den Decades of Rock 2006 aufgetreten. Dort sang und spielte er zusammen mit Billie Joe Armstrong Lieder der beiden Legenden, z. B. Alison von Elvis Costello und Basket Case von Green Day. Ebenfalls 2006 erscheint das Album The River in Reverse, auf dem Costello eng mit dem Blues-Musiker Allen Toussaint zusammenarbeitet. Als weitere Mitwirkende sind darauf The Imposters, The Crescent City Horns und Anthony Brown zu hören. Das Repertoire dieses Albums umfasst Klassiker von Toussaint und von den beiden neu geschriebene Songs.

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