Gisbert zu Knyphausen ( 23. April 1979 in Wiesbaden) ist deutschsprachiger Liedermacher, Sänger und Gitarrist aus Erbach im hessischen Rheingau.

Werdegang:

Nach einem Aufenthalt in Berlin studierte zu Knyphausen Musiktherapie in Nijmegen, Niederlande. Im Herbst 2005 trat er erstmals unter seinem eigenen Namen öffentlich auf. Sein Debütalbum Gisbert zu Knyphausen erschien am 25. April 2008 bei PIAS Germany. Es enthält sowohl solistische als auch mit Band begleitete Lieder. Zu Knyphausens Texte haben einen melancholischen, aber stets hoffnungsvollen Charakter. Seit Oktober 2006 lebt zu Knyphausen in Hamburg von wo er im April 2010 nach Berlin zog.

Rezeption:

Zu Knyphausens Debütalbum erhielt durchweg positive Kritiken: Als herausstechende Veröffentlichung des Frühsommers 2008 wurde ihm attestiert mit sparsamer Instrumentierung oft lakonisch und mit sprödem Witz kauzig betextete Geschichten zu erzählen. Zu Knyphausen dichte in der Diktion des vergangenen Jahrhunderts und spreche dennoch auch eine sehr junge Klientel an. In manchen Momenten erinnere das Album an das Werk Sven Regeners. Hervorgehoben wurde vor allem ein den Liedern innewohnender Weltschmerz, der dennoch an ein Morgen glauben lässt.

Entstehung und Veröffentlichung von “Hurra! Hurra! So nicht:

Durch den Erfolg seines 2008 veröffentlichten Debüt-Albums Gisbert zu Knyphausen wurde Gisbert zu Knyphausen einem größeren Publikum bekannt. In einem Interview sagte zu Knyphausen, er habe daher bei der Arbeit an seinem zweiten Album durchaus einen Erwartungsdruck verspürt, mit diesem aber schließlich umgehen können. Auch die Fachpresse verfolgte den Werdegang des Künstlers. Das Magazin Rolling Stone veröffentlichte einen Live-Mitschnitt und begleitete den Entstehungsprozess des Nachfolgers Hurra! Hurra! So nicht.

Am Songwriting für Hurra! Hurra! So nicht. war erstmals auch die Band beteiligt, die seit dem ersten Album unverändert mit Gisbert zu Knyphausen spielt. Aufgenommen und produziert wurde das Album von Tobias Levin, der unter anderem auch schon mit Tocotronic und Kante zusammengearbeitet hatte. Nachdem im Januar 2009 erste Probeaufnahmen stattfanden, wurde Hurra! Hurra! So nicht. im Oktober und November des selben Jahres in den Electric Avenue Studios in Hamburg aufgenommen.

Im Vorfeld der Veröffentlichung erfuhr zu Knyphausen große Aufmerksamkeit durch die Medien, seine Pressetage waren ausgebucht. Es berichteten unter anderem die ARD und das Hamburger Abendblatt.

Am 23. April 2010, dem Tag der Veröffentlichung, stellte zu Knyphausen das Album zusammen mit seiner Band im Kino Babylon in Berlin vor, die Veranstaltung war bereits Wochen im voraus ausverkauft. Das Konzert wurde von Radio Eins mitgeschnitten und noch am gleichen Tag ausgestrahlt. Auch eine ähnliche Veranstaltung zwei Tage später in Hamburg war ausverkauft.

Rezeption zu Hurra! Hurra! So nicht:

Hurra! Hurra! So nicht. wurde von der Kritik überaus positiv aufgenommen.

Die Zeitschrift Rolling Stone vergab viereinhalb von fünf möglichen Sternen. Arne Willander schrieb in seiner Rezension, man habe lange keine „solch magische Songschreiber Kunst gehört“ und nannte zu Knyphausen einen „Meister der Melancholie“. Hurra! Hurra! So nicht. unterscheide sich von anderen Liedermacher-Platten zum einen durch die „offenen Akkorde […], das Jazzige, das Flehende [in der Musik]“, zum anderen durch das „Gemisch aus Alltagssprache und delirierender Lyrik“. Darüber hinaus lobte Willander Produzent Tobis Levin, dieser habe das Album „wunderbar organisch produziert“. Im Mai 2010 wählten die Redakteure des Magazins Hurra! Hurra! So nicht. auf Platz 1 der Kritiker-Charts.

Das Online-Magazin Laut.de gab dem Album vier von fünf möglichen Punkten und schrieb, Gisbert zu Knyphausen sei zwar kein „großer Vokalist“, verstehe es jedoch, „auf seltsam eigentümliche Art zu berühren.“ Hurra! Hurra! So nicht. zeichne sich durch eine Mischung aus Melancholie und Dringlichkeit aus. In seinen Texten finde zu Knyphausen „immer wieder […] Bilder von großer Strahlkraft“. Auch der Anteil der Band sei nicht zu unterschätzen, die Musiker unterstützten den Sänger auf „kongenial[e]“ Weise.

Für die ARD schrieb Falk Sinß, Hurra! Hurra! So nicht. sei im Vergleich zum Vorgänger Gisbert zu Knyphausen „raffinierter und ausgefeilter arrangiert, der Klang dichter und dunkler.“ Gleich bleibe die Melancholie, ohne jedoch „verzweifelt oder depressiv zu klingen.“

Der Berliner Tagesspiegel befand, Hurra! Hurra! So nicht. sei „vielleicht sogar noch ein bisschen besser“ als der Vorgänger. Insgesamt ließen sich Einflüsse von Sven Regener feststellen, besonders „Morsches Holz“ erinnere an Element of Crime. Auch andere Kritiker zogen diesen Vergleich.

Hurra! Hurra! So nicht. stieg auf Platz 12 in die deutschen Album-Charts ein und war damit die erste Veröffentlichung von Gisbert zu Knyphausen, die sich in den Charts platzieren konnte. In den von Media Control ermittelten Newcomer-Charts erreichte das Album sogar den ersten Platz.

Diskografie:

Alben
2008 – Gisbert zu Knyphausen
2010 – Hurra, Hurra! So nicht.

Singles & EPs
2006 – Spieglein, Spieglein / Sommertag EP
2008 – Sommertag
2010 – Melancholie EP

Weblinks
www.gisbertzuknyphausen.de
http://www.myspace.com/gisbertzuknyphausen

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