Hypocrisy (engl. „Heuchelei“) ist eine 1990 von Peter Tägtgren gegründete Death-Metal-Band aus Stockholm, Schweden.

Anfänge und erste Alben (1990–1994)

Nachdem Peter Tägtgren während eines Florida-Aufenthaltes im Jahre 1990 mit der örtlichen Death-Metal-Szene in Berührung gekommen war, nahm er 1991 unter dem Projektnamen „Seditious“ im Alleingang das Demo Rest in Pain auf, das ihm einen Plattenvertrag mit dem jungen Label Nuclear Blast einbrachte. Tägtgren war aber mit dem Gesang unzufrieden und lud Masse Broberg als Sänger, Mikael Hedlund als Bassist, Lars Szöke als Schlagzeuger und Jonas Osterberg als zweiten Gitarristen ein. Hedlund und Szöke spielten in der zweiten Hälfte der 1990er ebenso wie Peter Tägtgren bei der Black-Metal-Band The Abyss, sowie auch zeitlich versetzt bei War mit. Somit wurde aus dem Ein-Mann-Projekt eine Band, die nun den Namen „Hypocrisy“ trug.

1992 erschien das Debütalbum Penetralia, welches weitestgehend den Trends der damaligen Death-Metal-Szene folgte, die Musik aber auch um melodische Wendungen erweiterte. Wie schon die erste Demo wurde auch das Debüt aufgenommen und gemischt im Abyss-Studio, welches sich anfänglich in Stockholm, jedoch seit Anfang 1995 in Pärbly befindet und bis heute von Tägtgren zusammen mit seinem Bruder Tommy Tägtgren betrieben wird. Mit dem Nachfolger Osculum Obscenum, bei dem Peter Tägtgren fortan wieder als alleiniger Studiogitarrist fungierte, erarbeitete sich die Band zunehmend einen eigenen Stil, der allerdings teilweise die Melodien des Debütalbums gegen Anleihen aus dem Black Metal und Doom Metal eintauschte. Das Album enthielt auch eine Coverversion des Songs Black Metal von Venom.

Auf der 1994 erscheinenden EP Inferior Devoties präsentierten sich Hypocrisy erneut in reduziertem Line-Up. Sänger Masse Broberg hatte die Band verlassen und zu Dark Funeral gewechselt, somit übernahm Peter Tägtgren selbst den Gesang. Die EP bot Neuaufnahmen älterer Songs sowie die Slayer-Coverversion Black Magic.

Die klassische Phase (1994–1997)

1994 folgte das Album The Fourth Dimension. Der Stil der Band entwickelt sich weiter und zeigt durch den Einsatz von Keyboards Bestrebungen, sich um eine düstere Atmosphäre zu erweitern. In der Zwischenzeit wurde Tägtgren als Produzent immer gefragter und war mit dem Abyss-Studio zunehmend an den Produktionen anderer Bands beteiligt.

Nebenbei nahm die Hypocrisy-Besetzung unter dem Namen „The Abyss“ ab dieser Zeit zwei kurze Alben auf, die ebenfalls bei Nuclear Blast veröffentlicht wurden. Das erste davon, The Other Side, erschien ebenfalls 1994 und enthielt unter anderem eine Coverversion der Celtic Frost-Vorgängerband Hellhammer, welche beispielhaft für die musikalische Orientierung des Nebenprojekts war; diese orientierte sich nämlich in Richtung des 80er-Black Metal und wies außer zu Hellhammer noch Referenzen zu Bathory auf.

Angekündigt durch die EP Maximum Abduction, erschien 1996 das nächste Album Abducted“. Von diesem Album stammt auch Roswell ’47, der bekannteste Song der Band, welcher den angeblichen UFO-Absturz von Roswell im Jahre 1947 thematisiert. In gewisser Hinsicht erarbeiteten sich Hypocrisy mit diesem Album ein „Alien“-Image, zumal auch der Albentitel (siehe UFO-Entführung, engl.: Abduction) und das Cover Bezüge zum UFO-Phänomen aufwiesen. Als weitere Veröffentlichung des Jahres 1996 erschien das zweite The-Abyss-Album Summon The Beast.

Ursprünglich wollte Peter Tägtgren die Band nach dem 1997er Album The Final Chapter auflösen, um sich komplett dem Abyss-Studio und seinem Dark-Metal/Rock-Nebenprojekt Pain widmen zu können, doch aufgrund der Beliebtheit von Hypocrisy entschied er sich, die Band weiterbestehen zu lassen.

Nach dem Final Chapter (ab 1997)

Der Auftritt auf dem schleswig-holsteinischen Wacken Open Air des Jahres 1998 wurde für eine Live-Veröffentlichung in Bild und Ton mitgeschnitten. Diese Aufnahmen wurden 1999 unter dem Titel „Hypocrisy Destroys Wacken“ auf CD und VHS veröffentlicht. Noch im selben Jahr entstand zudem das selbstbetitelte Studioalbum Hypocrisy“. Das Album führte die mit The Fourth Dimension eingeleitete Wendung zum atmosphärischen, langsameren Death Metal weiter und bietet mit Fractured Millennium einen weiteren Bandklassiker. Das im Jahr 2000 erschienene Album Into the Abyss war dagegen wieder an die frühen Tage der Bandgeschichte angelehnt, bot jedoch auch wieder eine hervorragende Produktion sowie atmosphärische Passage und demonstrierte damit, dass die Band nur schwer in ein Genre einzuordnen ist.

Diesen Ruf unterstrich das 2002 erschienene Album Catch 22 nur, da es anstelle der atmosphärischen Passagen eher punkige Einflüsse zeigte und zudem durch eine bewusst roh belassene Produktion eine ganz andere Seite der Band zeigte, auch wenn dies bei vielen Fans auf Unverständnis stieß. Das 2004er Album The Arrival brachte folglich die Keyboard-Atmosphäre zurück, war jedoch auch sehr abwechslungsreich und übernahm von seinem Vorgänger Anleihen an den Thrash Metal. Zudem enthielt das Album mit The Abyss eine Neuaufnahme eines Songs vom Album The Fourth Dimension.

Im Januar 2004 verließ Lars Szöke die Band, da er es leid war, ständig auf Tour zu sein. Er wurde durch Reidar „Horgh“ Horghagen von Immortal ersetzt. Ebenfalls 2004 stieß Andreas Holma als zweiter Gitarrist zur Band, der jedoch schon 2006 aufgrund von Motivationsmangel durch den Darkane-Gitarristen Klas Ideberg ersetzt wurde. Tägtgren beschrieb vor allem den Einstieg von Horgh als Grundlage für eine stilistische Erweiterung der Band. Folglich bot das am 19. September 2005 erschienene Album Virus eine erneute Hinwendung zu härteren und schnelleren Songs, jedoch war dieser Schritt längst nicht so radikal wie zuvor bei Catch 22.

2009 erschien das Album “A Taste of Extreme Divinity” welches wieder mehr schnellere und härtere Songs beinhaltete.

Nach 4 Jahren Live Pause ist die Band 2010 wieder Live unterwegs.

Diskographie:

* 1992: Penetralia
* 1993: Osculum Obscenum
* 1994: The Fourth Dimension
* 1996: Abducted
* 1997: The Final Chapter
* 1999: Hypocrisy
* 2000: Into the Abyss
* 2002: Catch 22
* 2004: The Arrival
* 2005: Virus
* 2008: Catch 22 (V2.0.08)
* 2009: A Taste of Extreme Divinity

Read more on Last.fm. User-contributed text is available under the Creative Commons By-SA License; additional terms may apply.

Bestseller Nr. 1
Bestseller Nr. 2
End of Disclosure
24 Bewertungen
Bestseller Nr. 3
Bestseller Nr. 4
Bestseller Nr. 5
Brunsson, N: The Organization of Hypocrisy: Talk, Decisions and Actions in Organizations
1 Bewertungen