Jerry Lee Lewis (* 29. September 1935 in Ferriday, Louisiana; † 28. Oktober 2022 in DeSoto County, Mississippi) war ein US-amerikanischer Rock-’n’-Roll- und Country-Musiker. Er ist vor allem für sein aggressives Klavierspiel und seine legendäre Bühnenpräsenz bekannt.

Leben

Nachdem er aus einem Priester-Kolleg hinausgeworfen worden war, startete der Sänger und Pianist seine Karriere 1956 beim Plattenlabel Sun Records von Sam Phillips in Memphis, Tennessee, bei dem auch Elvis Presley, Johnny Cash, Roy Orbison und Carl Perkins unter Vertrag waren. Seinen ersten kleinen Hit hatte er 1956 mit dem Country-Stück Crazy Arms, danach verlegte sich der “Killer”, so Lewis' Spitzname, auf wildes und aggressives Rock'n'Roll-Spiel, bei dem er sein Klavier mit Händen und Füßen bearbeitete. Der Erfolg blieb nicht aus, und in den Jahren 1957/58 verkauften sich die Singles Whole Lotta Shakin' goin' On, Great Balls of Fire, Breathless und High School Confidential millionenfach.

Der “Killer” spielte auch im Privatleben stets den wilden Mann. Nachdem 1958 bei einer England-Tournee herauskam, dass er seine erst dreizehnjährige Cousine Myra geheiratet hatte, schien seine Karriere beendet zu sein. Die Tournee musste er wegen dieses Skandals abbrechen, doch auch die US-amerikanische Öffentlichkeit war entsetzt. Man bezeichnete ihn als „Kinderräuber“, und seine Platten wurden aus den Radioprogrammen genommen. Lewis blieb nichts anderes übrig, als in kleinen Clubs zu spielen. Erst Anfang der 60er Jahre arbeitete er sich mühsam wieder nach oben. Er hatte wieder einige Hits und wurde allmählich wieder von der Öffentlichkeit akzeptiert. Die große Zeit des Rock'n'Roll war jedoch vorbei, und so blieb der ganz große Erfolg aus. 1963 wechselte Lewis zur Plattenfirma „Smash Records“. Ein Jahr später fanden seine legendären Auftritte im Star-Club in Hamburg statt. Das Live-Album, das während einem dieser Auftritte entstand, setzte damals neue Maßstäbe in Punkto Klang und künstlerische Darbietung und gilt noch heute als eines der besten Live-Alben der Rockgeschichte. Ab Mitte der 60er Jahre widmete sich Jerry Lee Lewis immer mehr der Country-Musik und errang in dieser Sparte Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre große Erfolge. Bei Live-Auftritten spielte Lewis allerdings weiterhin auch wilden Rock'n'Roll. Im Zuge des aufziehenden Rock-Revivals wurde er 1969 beim Rock'n'Roll-Revival in Kanada vom breiten Publikum wiederentdeckt.

Das Unheil in seinem Privatleben wollte aber nicht enden, denn zwei seiner Söhne starben bei Unfällen, seine vierte Ehefrau ertrank im Swimmingpool, seine fünfte starb an einer Überdosis Drogen. Kurz darauf heiratete er zum sechsten Mal.

Durch sein fortschreitendes Alter und sein exzessives Leben – lange Zeit war er drogenabhängig – ist Jerry Lee Lewis mittlerweile körperlich schwer gezeichnet. Trotzdem tritt er noch regelmäßig auf und unternimmt sogar Tourneen mit anderen Rock-Legenden wie Chuck Berry und Little Richard.

Werk

Zu seinem Markenzeichen gehört, dass er in vielen Liedern seinen eigenen Namen erwähnt. Gelegentlich auch die Namen von anderen Künstlern, die aber leicht ironisch persifliert/imitiert werden, insbesonders Elvis Presley.

1986 gehörte Jerry Lee Lewis zu den ersten Künstlern, die in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden.

1989 wurde sein Leben unter dem Titel Great Balls of Fire – Jerry Lee Lewis – Ein Leben für den Rock'n'Roll mit Dennis Quaid in der Hauptrolle verfilmt.

Am 13. Februar 2005 wurde Jerry Lee Lewis mit einem Grammy für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Eines seiner größten Vorbilder ist der Sänger und Pianist Merrill Moore.

Zitat: “I´m draggin the audience to hell with me!” (deutsch: “Ich zerre mein Publikum mit mir in die Hölle!”)

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Jerry Lee Lewis