Tony Bennett (* 3. August 1926 in Astoria, Queens, New York City; eigentlich Anthony Dominick Benedetto) ist ein US-amerikanischer Jazzsänger und Entertainer. Mit Titeln wie I Left My Heart In San Francisco auch international berühmt geworden, gehört der 17fache Grammy-Gewinner (darunter 15 zwischen 1993 und 2007) heute zu den populärsten Künstlern der USA.

Bereits im Alter von 10 Jahren hatte Benedetto, als Sohn eines Lebensmittelhändlers in Astoria im New Yorker Stadtbezirk Queens geboren, seinen ersten Gesangsauftritt bei den Feierlichkeiten zur Eröffnung der Triborough Bridge in seiner Heimatstadt. Bis 1942 besuchte er die High School of Industrial Art (mit den Schwerpunkten Musik und Malerei), danach verdingte er sich als “singender Kellner” in italienischen Lokalen in Queens.

1944 zur Armee eingezogen, kam er 1945 mit der 63. US-amerikanischen Infanteriedivision nach Deutschland und blieb dort bis 1946 stationiert. Unter dem Künstlernamen Joe Bari trat er als Sänger mit verschiedenen Militärorchestern auf. Nach seiner Rückkehr in die USA behielt er den Namen zunächst bei, vertiefte seine musikalische Ausbildung und arbeitete in zahlreichen kleineren Musikclubs seiner Heimatstadt. 1949 verpflichtete ihn die Sängerin Pearl Bailey als Vorprogramm; dort wurde er von Bob Hope entdeckt und nannte sich auf Hopes Anregung hin fortan Tony Bennett.

Die Erfolge der 50er und 60er Jahre bei Columbia

1950 erhielt Bennett einen Plattenvertrag bei Columbia Records und landete mit der Single The Boulevard Of Broken Dreams gleich einen Achtungserfolg. In den folgenden Jahren stieg Bennett rasch zu einem der populärsten Sänger der USA auf, gab umjubelte Konzertserien im New Yorker Paramount Theatre, und mit seinen Singles Because Of You (1951), Cold Cold Heart (1951), Rags To Riches (1953) und Stranger In Paradise (1953) gelang ihm gleich viermal der Sprung an die Spitze der US-Charts. Mit letzterem Lied, das auch in Großbritannien die Charts anführte, begründete Bennett seine Popularität in Europa.

Seiner ersten LP Because Of You (1952) folgten 1955 das Album Cloud 7 mit dem Gitarristen Chuck Wayne (1954-57 Bennetts Orchesterleiter) und 1957 die LP The Beat Of My Heart, auf der Bennett seine Stärken als Jazz-Sänger demonstrierte, einer Musikrichtung, der er sich begleitet von seinem neuen Pianisten und langjährigen Orchesterleiter Ralph Sharon ab 1957 verstärkt widmete. Als einer der ersten Sänger seiner Sparte arbeitete er auf zwei Alben mit Count Basie und seinem Orchester zusammen (Basie Swings, Bennett Sings, 1958; In Person! With Count Basie, 1959).

Als Urlaubsvertretung für Perry Como erhielt Bennett im Sommer 1959 für einige Wochen seine eigene Fernsehshow (The Tony Bennett Show). Als Schauspieler wirkte er 1963 in einigen Episoden der Fernsehserie 77 Sunset Strip mit und übernahm 1966 eine Rolle im Hollywood-Streifen The Oscar.

1962 gab er ein Galakonzert in der New Yorker Carnegie Hall, das von Columbia auch als Live-Album herausgebracht wurde. Daneben erschienen in rascher Folge zahlreiche weitere Studioalben bei Columbia, von denen I Left My Heart In San Francisco (1962) und I Wanna Be Around (1963) besonders erfolgreich waren. Mit der Single I Left My Heart In San Francisco gewann Bennett 1963 zwei Grammys; das Lied gilt heute als eine seiner Erkennungsmelodien. Für I Wanna Be Around (1963), Who Can I Turn To (1964) und The Shadow Of Your Smile (1965) erhielt Bennett weitere Grammy-Nominierungen.

1965 trennten sich Bennett und Sharon. Der Aufforderung seiner Plattenfirma, sich auf seinen Alben stärker zeitgenössischer Pop-Musik zu widmen, kam Bennett nur mit zunehmendem Widerwillen nach, und seine LPs (darunter der Achtungserfolg For Once In My Life, 1967)verkauften sich zusehends schlechter (wie etwa Tony Sings The Great Hits Of Today, 1969).

Die Krise der 70er und frühen 80er Jahre

1972 wechselte Bennett für kurze Zeit von Columbia zum Label MGM Records und brachte dort zwei Alben heraus, die jedoch ebenfalls wenig erfolgreich waren, so daß er bald ohne festen Plattenvertrag dastand.

Daraufhin gründete Bennett sein eigenes Plattenlabel Improv Records, für das er zwei Alben mit Songs von Rodgers und Hart produzierte und zusammen mit dem Jazzpianisten Bill Evans seine beiden wohl besten Jazz-Alben einspielte (The Tony Bennett/Bill Evans Album 1975, Tony Bennett And Bill Evans – Together Again 1977). Doch blieb der kommerzielle Erfolg zunächst aus, so daß Bennett das Label Ende der 70er Jahre aufgeben mußte.

Beinahe 10 Jahre lang nahm Bennett nun keine neuen Platten auf und hielt sich mit Konzertauftritten in Las Vegas über Wasser, während die Steuerbehörden zeitweise sein Haus in Los Angeles beschlagnahmten. Eine Überdosis Kokain kostete ihn 1979 beinahe das Leben.

In den frühen 80er Jahren fand Bennett allmählich in ein geregeltes Leben zurück, zog zurück nach New York City und tat sich wieder mit Ralph Sharon und dessen Trio zusammen, während sein Sohn Danny Bennett sich fortan als Manager um die Geschäfte kümmerte. Nach einer Reihe erfolgreicher Konzertauftritte auf kleineren New Yorker Musikbühnen und in einigen populären Fernsehshows gelang Bennett dann 1986 ein Comeback bei seinem alten Label Columbia Records, das ihn wieder unter Vertrag nahm.

Das Comeback bei Columbia seit 1986
Nach seinem erfolgreichen Wiedereinstieg bei Columbia mit Alben wie The Art Of Excellence (1986) und der musikalischen Rückschau Astoria – Portrait Of The Artist (1990) gewann Bennett 1993 einen Grammy für sein Jazz-Album Perfectly Frank (1992), eine Hommage an seinen Freund und Bewunderer Frank Sinatra. Schon ein Jahr später konnte er für Steppin' Out, ein Tribut an Fred Astaire, erneut einen Grammy entgegennehmen. Mit How Do You Keep The Music Playing? konnte Bennett auch einen zweiten “signature song” etablieren.

Nachdem ein Video mit dem Titelsong aus Steppin' Out sehr erfolgreich beim Musiksender MTV gelaufen war, produzierte Bennett begleitet von Ralph Sharon 1994 MTV Unplugged: Tony Bennett, ein komplettes Jazz-Konzert-Special mit Elvis Costello und k.d.lang als Gaststars, das für Quotenrekorde sorgte und ihm beim vorwiegend jüngeren Publikum fortdauernde Popularität sicherte. Das zugehörige Columbia-Album erreichte Platin und gewann zwei Grammys.

Seither konnte Bennett mit seinen regelmäßig erscheinenden neuen Columbia-Alben, darunter Tribute an die Jazzgrößen Billie Holiday, Duke Ellington und Louis Armstrong, zahlreiche weitere Auszeichnungen gewinnen; zwischen 1997 und 2007 erhielt Bennett sieben weitere Grammys für das beste traditionelle Pop-Album des Jahres. Für sein Konzertspecial Live By Request – A Valentine's Special (1996) gewann Bennett einen Emmy. 1998 wurde er in die amerikanische Big Band and Jazz Hall of Fame aufgenommen; 2001 erhielt er einen Grammy für sein Lebenswerk.

Gemeinsam mit dem Jazzkritiker Will Friedwald brachte Bennett 1998 seine Autobiographie The Good Life heraus.

Zu seinem 80. Geburtstag veröffentlichte Bennett 2006 das Album Duets – An American Classic, auf dem neu eingespielte elektronische Duette mit Künstlern wie Bono, Michael Bublé, den Dixie Chicks, Elvis Costello, Celine Dion, Billy Joel, Elton John, Juanes, Diana Krall, k.d.lang, Paul McCartney, Tim McGraw, George Michael, Barbra Streisand, James Taylor und Stevie Wonder vertreten sind.

Bennett geht nach wie vor regelmäßig auf Konzerttourneen in den USA und in Europa (dort vor allem in Großbritannien und Italien), wo er zuletzt im Frühjahr 2007 zu sehen war, vorwiegend mit kleiner Jazz-Combo-Begleitung. Seit Ralph Sharons Ausscheiden 2003 fungiert der Pianist Lee Musiker als deren Leiter.

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