John Legend und Pharrell Williams legen mit „Muse“ ihre erste gemeinsame Albumproduktion vor: 16 Tracks zwischen Gospel, Doo-Wop, Soul, Afrobeat und Hip-Hop, ohne Klavierballaden-Routine.
Mit „Muse“ ist ab dem 23. Oktober das elfte Studioalbum von John Legend erhältlich. Es erscheint bei Republic Records und wurde vollständig von Pharrell Williams produziert und mitgeschrieben. Die beiden Musiker sind seit mehr als 20 Jahren befreundet, doch ein gemeinsames Album gab es bislang nicht. Entsprechend markiert „Muse“ ihre erste komplette Albumproduktion.
Eine Freundschaft wird zum Album
Den Anstoß gab ein Gastbeitrag: Legend sang „The Birds Don’t Sing“ für „Let God Sort ‘Em Out“, das Comebackalbum des Hip-Hop-Duos Clipse, das Pharrell produziert hatte. Dieser Gesang brachte Williams auf die Idee, ein ganzes Album um Legends Stimme zu bauen. Aufgenommen wurde „Muse“ Anfang 2025 in Pharrells Studio am Pariser Hauptsitz von Louis Vuitton, wo Williams als Creative Director die Männerkollektion verantwortet. Die Modewelt spielte auch bei der Vorstellung eine Rolle: Die Single „Pray For Ya“ wurde bereits im Januar bei der Louis-Vuitton-Show für Herbst/Winter 2026 präsentiert.
Raus aus der Klavierballade
Legend begründet das Projekt mit dem Wunsch, die eigene Formel aufzubrechen. Seine Balladen am Klavier hätten stets die meiste Aufmerksamkeit bekommen, entsprechend sei der Schritt längst überfällig gewesen. Im Original sagte er: „It felt past due.“ Für einen Künstler, der als EGOT-Gewinner mit Emmy, Grammy, Oscar und Tony ausgezeichnet wurde, ist das ein bemerkenswertes Statement: Er löst sich bewusst vom Markenzeichen, das seine Karriere seit Jahrzehnten prägt.
Zuletzt hatte Legend mit „My Favorite Dream“ am 30. August 2024 sein erstes Kinderalbum veröffentlicht, produziert von Sufjan Stevens. Davor war am 9. September 2022 das Album „Legend“ erschienen. „Muse“ setzt also nach einem Ausflug in die Kindermusik einen klaren stilistischen Kontrapunkt.
Sound: Gospel und Doo-Wop trifft Afrobeat und Hip-Hop
Auf 16 Tracks verknüpfen Legend und Williams Gospel, Doo-Wop und klassischen Soul mit Afrobeat und Hip-Hop. Dazu kommen opulente, cineastische Arrangements. Wie das klingt, zeigt die Leadsingle „Daylight“, die am 8. September 2026 erschien: ein typischer Pharrell-Groove mit wuchtiger Percussion, Orchesterstreichern und Gregorianischen Chören. Legend spielte den Song am Abend zuvor bei CBS’ „America’s Tailgate“ in Nashville live. Die Kombination aus sakral anmutenden Chorflächen und treibenden Drums erinnert an die Verbindung von Kirchenmusik und Clubästhetik, die Williams in seiner Produzentenarbeit häufig ausreizt.
Gäste und bekannte Songs
Neben Pharrell, der auf mehreren Stücken mitwirkt und laut Berichten auch auf dem Titeltrack zu hören ist, gastiert das Hip-Hop-Duo Clipse auf „Bodies On The Floor“. Damit schließt sich der Kreis zu dem Gastbeitrag, der die Zusammenarbeit überhaupt auslöste. Bekannt sind bislang unter anderem diese Songtitel:
- Pray For Ya
- Daylight
- Bodies On The Floor (mit Clipse)
- Her
- Get Back
- Are You Ok?
- Under The Bridge
- Next Time
- Fireflies
- Everything
- Sail Off
Einordnung
„Muse“ zeigt Legend nach mehr als zwei Jahrzehnten Karriere von einer neuen Seite. Der Sänger tauscht das Klavier als zentrales Gestaltungsmittel gegen ein breiteres Klangbild ein, ohne seine Soul-Wurzeln zu verlassen. Ob das Experiment aufgeht, entscheidet sich im Zusammenspiel von Legends Stimme und Pharrells rhythmisch geprägter Handschrift.
Genres
- Soul
- Gospel
- Afrobeat
- R&B / Soul
MISTER MIXMANIA
