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Da ist dieser Moment nach dem Aus, in dem alles still wird und die Erinnerungen umso lauter werden. Genau dort setzt „Close My Eyes“ an, die neue Single von Lous and the Yakuza, die seit dem 23. Oktober gemeinsam mit Suki Waterhouse erhältlich ist. Zwei Frauen, zwei markante Stimmen, ein Song, der den Schmerz einer zerbrochenen Liebe nicht wegdrückt, sondern ihm Raum lässt.

Die beiden führen auf dem Stück einen musikalischen Dialog. Eine belgische Besprechung beschreibt es so: Die Stimmen wechseln sich zunächst ab und finden dann im Refrain zusammen. Für mich ist das der Kern der Ballade, denn da singt nicht eine gegen die andere, da hören sich zwei zu.

Klanglich schlägt Lous hier ein neues Kapitel auf. Die kongolesisch-belgische Künstlerin bewegt sich auf „Close My Eyes“ in Richtung eines wärmeren, organischeren Alternative-Pop-Sounds. Die Instrumentierung ist bewusst reduziert, die Klangwelten sind verträumt, dazu kommen melodische Basslines, atmosphärische Harmonien und dezente Synth-Pop-Elemente. Das Ergebnis ist eine majestätische Ballade, die Lous von ihrer emotionalsten Seite zeigt. Wer ihr Debüt mit dem rauen Image von damals im Ohr hat, spürt den Wandel sofort.

Hinter dem Regler standen Fred Ball, der unter anderem mit Rihanna und SZA gearbeitet hat, sowie Jeff Shum und Daniel Chae. Das Gespür für große, aber nie überladene Popmomente hört man dem Track an.

Zwei eigenständige Stimmen auf Augenhöhe

Suki Waterhouse ist Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin. Mit ihrer Rolle in „Daisy Jones & The Six“ erreichte sie ein noch breiteres Publikum, musikalisch hat sie sich als eine der markantesten Stimmen des Indie-Pop etabliert. 2024 erschien ihr Album „Memoir of a Sparklemuffin“, 2026 folgte „Loveland“. Dass sie sich mit Lous zusammentut, passt: Beide stehen für einen Pop, der sich nicht in Schablonen pressen lässt.

Lous, die in der Demokratischen Republik Kongo geboren wurde und zwischen Ruanda und Belgien aufwuchs, hat sich seit dem Durchbruch mit „Dilemme“ (erschienen am 19. September 2019, produziert von El Guincho und Ponko) weit über Belgien und Frankreich hinaus einen Namen gemacht. Ihr Debütalbum „Gore“ kam am 16. Oktober 2020 heraus, auch hier war El Guincho der Produzent, der zuvor mit Rosalía an „El Mal Querer“ gearbeitet hatte. 2022 folgte „Iota“, auf dem sie Pop, Rap und R&B verband. In Belgien wurde sie 2021 als „Artist of the Year“ ausgezeichnet, dazu kamen Gold- und Platin-Auszeichnungen in Italien und Belgien sowie eine Nominierung bei den französischen Victoires de la Musique.

International fiel sie mit Auftritten auf der COLORS-Bühne, bei NPR Tiny Desk und in „The Tonight Show Starring Jimmy Fallon“ auf. Sie war mit Coldplay und Gorillaz auf Tour und arbeitete mit Joey Bada$$ und Sfera Ebbasta zusammen. Ebenso gab es Kollaborationen mit Damso („Lubie“) und Arlo Parks („I’m Sorry“). Abseits der Musik stand sie für Kampagnen von Louis Vuitton vor der Kamera, zierte das Cover der französischen Vogue und widmet sich der Malerei und dem Schreiben ihres eigenen Mangas.

Und es bleibt nicht bei der Single: Lous hat zu „Close My Eyes“ eine visuelle Kurzfilmreihe gedreht und selbst Regie geführt. Sie ist der Auftakt zu einer größeren Geschichte, die die Künstlerin in den kommenden Monaten enthüllen will. Es lohnt sich also, ihr weiter zuzuhören und zuzusehen.