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Paula Hartmann veröffentlicht heute ihre zweite Single „Kinder mit Kippen“ aus dem dritten Album und blickt ohne Verklärung auf eine wilde Jugend zurück.

Billiger Prosecco, Cherry Gloss auf den Lippen, ein Roller, der nach gerade mal 200 Metern im Gebüsch landet, und nachts schickt man sich gegenseitig den Standort, damit alle heil nach Hause kommen: Mit genau diesen Bildern steigt Paula Hartmann in „Kinder mit Kippen“ ein. Am Freitag, 16. Oktober 2026, erscheint der Song als zweite Single aus ihrem dritten Album „Das traurigste Mädchen der Welt“.

Noch in dieser Woche soll dazu das Musikvideo folgen. Wer die Künstlerin verfolgt, weiß: Hartmann ist Solokünstlerin, und genau das hört man auch in diesem Song, in dem eine einzige Perspektive den Ton angibt, nämlich ihre eigene.

Das Schöne und zugleich Unbequeme an „Kinder mit Kippen“: Der Song räumt nicht auf. Er bietet keine saubere Erklärung an und auch keinen Schlussstrich, sondern legt alles nebeneinander, so wie es eben war. Joints auf der Wippe, Partynächte, in denen sich der beste Tag des Lebens und das totale Chaos abwechseln, manchmal am selben Abend. Und mittendrin die Dinge, über die damals niemand sprach: Väter, die springen, Lebensläufe, die reißen, große Kids, die Schellen verteilen, weil sie die Kleineren schützen wollen. Das ist Nostalgie ohne Weichzeichner, ein Blick zurück mit dem Wissen von heute.

Erwachsenwerden? Eher so ein bisschen

Am Ende des Songs steht ein Satz, der hängen bleibt: „Wir werden nicht erwachsen, und wenn, nur ’n bisschen.“ Er klingt wie ein Achselzucken und trägt doch das ganze Gewicht der Geschichte. Textlich bewegt sich Hartmann damit dort, wo sie sich in ihren Liedern am wohlsten zu fühlen scheint: im deutschsprachigen Pop, der seine Geschichten aus dem Alltag zieht und auch das Düstere nicht ausspart. Wer Deutschpop sucht, der mit Straßenbeton unter den Sohlen und Kloß im Hals erzählt, ist hier genau richtig.

Eingeordnet wird „Kinder mit Kippen“ im Kontext einer Albumphase, die langsam Konturen annimmt. Den Anfang machte am 28. August 2026 die Single „zwei Punkte“, nun folgt der nächste Vorgeschmack auf „Das traurigste Mädchen der Welt“, das am 12. März 2027 erscheint. Es ist nach „Nie verliebt“ (2022) und „Kleine Feuer“ (2024) das dritte Album der Künstlerin. Zwei Singles, zwei sehr unterschiedliche Blickwinkel, und die Neugier auf das große Ganze wächst mit jedem Release.

Bleibt für heute nur eins: Song in die Playlist, Lautstärke hoch und kurz in die eigene Jugend abtauchen. Mit etwas Glück erkennst du dort einiges wieder, die Kippen vielleicht eher nicht, aber das Gefühl bestimmt.