Andris Nelsons ( 18. November 1978 in Riga) ist ein lettischer Dirigent.
Der Sohn einer Musikerfamilie wuchs in Riga auf. Nachdem er Unterricht im Fach Trompete an der Emil-Dārziņš-Musikfachschule des Lettischen Konservatoriums in Riga genommen und hier auch erste Dirigiererfahrungen gemacht hatte, studierte an der lettischen Musikakademie und anschließend am Sankt Petersburger Konservatorium Rimsky-Korsakow bei Alexander Titow. Gleichzeitig belegte er Meisterkurse im Fach Dirigieren bei Neeme Järvi und Jorma Panula. Zudem nimmt er seit 2002 Privatunterricht bei Mariss Jansons.
Seine erste Stelle hatte Andris Nelsons als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper. Während dieser Zeit bildete er sich als Dirigent fort. Nach Abschluss seines Studiums sammelte er zahlreiche internationale Erfahrungen als Orchesterleiter, u. a. in Finnland und in den USA (z. B. beim Chicago Civic Orchestra, wo er u. a. Konzerte mit Gidon Kremer als Solisten dirigierte).
In der Spielzeit 2003/2004 wurde Andris Nelsons im Alter von 24 Jahren Chefdirigent der Lettischen Nationaloper in Riga. Hier war er als Dirigent an der Inszenierung von Richard Wagners Ring des Nibelungen beteiligt, einem Gemeinschaftsprojekt der Lettischen Nationaloper und des Bergen International Festivals, das sich bis 2009 erstreckt und 2006 mit der Aufführung des Rheingolds in Riga und in Bergen startete. In der Saison 2005/2006 gab er sein Debüt beim BBC Philharmonic Orchestra sowie beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin.
Von 2006 bis 2009 war er Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. In der gleichen Saison gab er sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin mit Giacomo Puccinis La Bohème. Seither debütierte er u. a. an der Wiener Staatsoper, bei den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, an der Metropolitan Opera (New York), an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, am Royal Opera House Covent Garden in London, bei den Berliner Philharmonikern, dem New York Philharmonic Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Cleveland Orchestra und dem Orchestre National de France.
Im September 2008 benannte das City of Birmingham Symphony Orchestra Nelsons als seinen zwölften Chefdirigenten und Musikdirektor. Sein Vertrag begann mit der Spielzeit 2008/2009 und wurde bis 2013/14 verlängert. Sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen gab er bei der Eröffnung am 25. Juli 2010 mit Wagners Lohengrin, inszeniert von Hans Neuenfels. Für die Festspiele 2016 ist er für die musikalische Leitung des Parsifal vorgesehen.
Auszeichnungen:
2001 wurde Andris Nelsons für herausragende Leistungen mit dem Großen Musikpreis von Lettland geehrt. 2012 erhielt Nelsons den Diapason d’Or für seine im Mai 2012 erschienene DVD bzw. Blu-ray eines Live-Konzerts mit dem Concertgebouw-Orchester beim Lucerne Festival 2011, bei dem Richard Wagners Rienzi-Ouvertüre, der Tanz der sieben Schleier aus Salome von Richard Strauss sowie die 8. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch aufgeführt wurden.
CDs:
Beim Label Orfeo International erschien 2009 die Einspielung von Tschaikowskys 5. Sinfonie und der „Hamlet“-Ouvertüre, die Aufnahme hat den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhalten. Mit dem gleichen Preis wurde auch die CD mit den Violinkonzerten von Beethoven und Berg mit dem WDR Sinfonieorchester Köln und Arabella Steinbacher ausgezeichnet, die ebenfalls 2009 veröffentlicht wurde. 2010 erschienen die Orfeo-Aufnahmen mit Orchesterwerken von Richard Strauss und Igor Strawinsky.
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