Taylor Cameron Carpenter ( 18. April 1981 in Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Organist und Komponist.

Leben
Taylor Cameron Carpenter begann seine musikalische Karriere im Alter von elf Jahren mit einer vollständigen Aufführung von Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Klavier“. Das europäische Debüt folgte vermeintlich zwei Jahre später mit 13 Jahren. Heute verzichtet Carpenter aus Marketinggründen auf seinen ersten Vornamen Taylor und nennt sich nur Cameron Carpenter. Carpenter studierte an der Juilliard School in New York (master degree) bei Gerre Hancock, John Weaver und Paul Jacobs. Er wirkte kurzzeitig als artist-in-residence an der Middle Collegiate Church in New York und konzertiert regelmäßig in den großen amerikanischen und europäischen Musikzentren. Sein Album Revolutionary wurde für den Grammy 2009 nominiert.

Cameron Carpenter fasst die Orgelmusik säkular auf, so bedient er nicht nur das klassische Orgelrepertoire, sondern spielt auch Bearbeitungen von Klavier- und Orchestermusik. Er arrangierte nach eigenen Angaben die gesamte 5. Sinfonie von Gustav Mahler für die Orgel, zur Aufführung brachte er bislang aber nur den letzten Satz (Rondo-Finale). Seine Orgelfassungen von Chopin-Etüden stellen die Grenzen der traditionellen Spielweise in Frage. Zum Beispiel spielt er die Läufe in der „Revolutionsetüde“ (op. 10 Nr. 12) und die „Etüde auf den schwarzen Tasten“ (op. 10 Nr. 5) parallel mit Händen und Füßen. Zu Hilfe kommt ihm dabei nach eigener Aussage seine klassische Tanzausbildung.

Carpenter lebt in Berlin und konzertiert regelmäßig auf der großen Schuke-Orgel in der Berliner Philharmonie.

International Touring Organ
Seit Anfang 2014 spielt Cameron Carpenter bei seinen Auftritten unter anderem auch auf seinem eigenen Instrument. Im März 2014 stellte der Künstler sein speziell für ihn nach seinen Wünschen gefertigtes Instrument bei einem Konzert im New Yorker Lincoln Center erstmals vor. Der von ihm als „International Touring Organ“ bezeichnete Synthesizer wurde von der Firma Marshall & Ogletree gefertigt. Kritiker bemängeln, dass der Klang dieses Instrumentes kaum mehr etwas mit der Ästhetik einer klassischen Orgel zu tun habe.

Kritik
Organist und Hochschullehrer Torsten Laux spricht in einer Rezension für das Fachblatt Organ von „sinnfreier Effekthascherei“ und bescheinigt Carpenters Spiel eine „penetrante Nervosität“.
Ton- und Videodokumente

Pictures at an Exhibition 1 CD/DVD. 2006.
Cameron Carpenter. Revolutionary 1 CD/DVD. Telarc: 2008.
Cameron Live! 2 CD/DVD. Telarc: 2010.

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