Zehn Jahre liegen zwischen dem letzten gemeinsamen Projekt und den ersten Voice-Memos, aus denen 2020 Companion Songs entstanden ist. Das Duo verbindet eine lange Freundschaft aus Teenage-Tagen, die erste Gitarren-Band und Home-Recordings im Probekeller. Auch wenn die musikalischen Wege danach erstmal unabhängig verliefen: die Freundschaft blieb und eue Projekte, Konzerte und natürlich immer wieder Lieblingsalben wurden unterwegs geteilt.
Für Marco ging es ein paar Jahre in die Niederlande. Dort produzierte er mehrere Alben mit dem Art-Pop Projekt Cast Glass und tourte regelmäßig in den Niederlanden und Deutschland. Seit Jahren ist der Wahl-Kölner regelmäßig am Theater mit Musik und Sounddesign auf großen Bühnen zu hören.
Max hat auf seinem Weg als Drummer und Bandleader in Jazz und Grenzbereichen eine starke Handschrift entwickelt. Neben unzähligen Projekten als Sideman, eigenen Bands wie Hütte und Training, ging es auch für ihn als Komponisten ein paar Jahre ans Theater.Aktuell schreibt er vermehrt für große kammermusikalische Projekte.
Durch alle Kontexte, Besetzungen und Genres, in denen die beiden arbeiten, ziehen sich rote Fäden: Songs, Einfachheit, roheGitarren und eine geteilte Leidenschaft, dies nach allen Seiten zu strecken und zu verformen.
Als 2020 die Welt runterfuhr, im allgemeinen Zurückgeworfensein auf sich selbst, hat Marco die ersten Skizzen aufgenommen. Logbuch-Einträge ohne Projektziel. Songs als Begleiter. First thought, best thought.
„Ich hab in der Zeit immer wieder Skizzen mit Max geteilt ohne Plan im Hinterkopf. Bis er meinte, hiermit müssen wir was machen. Also haben wir auf Abstand angefangen, Demos aufzunehmen. Als die ersten Schlagzeug-Takes per Mail kamen, hat alles Klick gemacht und die erste EP war auf dem Weg.“
Die langen Jahre Pause haben der gemeinsamen Sprache musikalisch nichts genommen. Alle Richtungen, in die sich beide über Jahre künstlerisch gestreckt haben, finden ihren Platz. Das Debüt-Album Paper Parachute klingt warm, roh und holzig. Über 10 Tracks spannen sie einen Bogen von treibenden Instrumentals und eigensinnigen Folksongs zu Momenten tiefer Ruhe.
In Sound und Songwriting teilt sich das Duogroße Schnittmengen mit Künstlern wie Richard Dawson, Deerhoof, Star Rover und Dirty Projectors.
Das energetische Spare Key packt zu, kantig-verschachtelte Gitarren lassen Math-RockEinflüsse durchblitzen. Die verhallten Shout-Vocals rufen offenherzig eine Ode an die Liebe und erinnern fern an Animal Collective. In CarouselundCount Me Intreibt das Schlagzeug ewig-offen um harmonisch kreisende Gitarren-Patterns, Gesang fliegt textlos über dem krautrockigen Teppich und alles rotiert irgendwo zwischen Canund Tortoise.Das von warmen Akustik-Gitarren getragene Tides ist wohl der direkteste Song auf dem Album und rollt mit viel Ruhe an den Rändern von Big Thief und Nick Drake entlang.Immer wieder entstehen experimentelle Zwischenräume wie in Golden AgeundOther Eyes. Das Schlagzeug rumpelt frei um aufgewühlte Gitarren und lässt an The Shaggs denken.Am anderen Ende stehen Instrumentals wie Where Were We,mit nur dem Allernötigsten im Gepäck, alles atmet in halbem Tempo
Ehrliche Musik, durchzogen von Energieausbrüchen. Zusammengehalten von einfachen Melodien und repetitiven Zwischenwelten.
In der Zweier-Besetzung liegt alles offen. „Studioarbeit ist immer verführerisch, sich heimlich zu vergrößern. Für uns war deshalb ganz wichtig, die Direktheit zu schützen und nur Dinge zuzufügen, wenn die Songs danach fragen.“ Mit dem befreundeten Produzenten und Berliner Musiker Daniel Freitag, haben die beiden seit ihrem Debüt ein perfektes Match gefunden, um den Band-Sound auf Platte zu bringen.
Durch alle smarten Verzweigungen und Twists zieht sich auf Paper Parachute eine herzvolle Suche nach Erdung. Die Texte liefern Gedankenströme übers Loslassen, raus aus Kopf- und Lebensschleifen. Aufgehobensein und Zwischenräume, in denen wir unsere Alltagsfallschirme bauen.
Quelle: LASOUNDCHECK PROMO c/o Lukas Lassonczy

