Der Markt für deutschen Gangsta-Rap scheint nicht satt zu werden. Seit Bushidos Durchbruch in den Mainstream sorgen die üblichen Labels für immer weiter tradierte Klischees von vermeintlichen deutschen Ghettos. Vorne mit dabei sind auch die Azzlackz.

Die Plattenfirmenheimat des Frankfurters Haftbefehl, der sich selbst mit seinen idiosynkratischen Lyrics sowie modernen US-Hip Hop-Einflüssen wie Based und Trap aus dem Gangsta-Einerlei hervorhebt, verkündet Ende 2013 mit Hanybal ihr neues Signing. Den kennen Eingeweihte da schon aus Bozz Music-Tagen.

Denn Hanybal, der bürgerlich auf den Namen Sascha-Ramy Nour hört, startet bereits gegen 2006 mit der Rapkarriere. Zusammen mit dem Kollegen Solo gründet er den Act 439. Bei Azad stößt Hanybals schwerfälliger Offbeat-Flow auf Gefallen – die Vertragsunterschrift folgt. Zu relevanten Releases aus dem Hause 439 kommt es allerdings nicht.

Um so mehr dürfte sich der Amateurfußballer aus Frankfurt-Heddernheim über den Sprung aus dem Underground freuen, der ihm unter der Azzlackz-Fahne winkt. “Ich bin Araber, das bedeutet, du kannst sicher sein, dass ich eine Waffe trage”, rappt Hanybal gleichermaßen vom Beton um ihn herum wie von dem im Kopf.

Alliterationen wie “Bullen können blasen” und Texte über “Aggressivität, Hass und Schmerz” proklamiert der Frankfurter mit ägyptischen Wurzeln. Die gefühlspolitischen Statements bedienen folglich die üblichen Stereotype des integrationsfeindlichen Aussätzigen.

Über die Jahre findet er jedoch Featuretrack-Kameradschaft in Xatar, Celo & Abdi, Veysel und schließlich Haftbefehl. Der stellt seinen Schützling pünktlich zu Heiligabend via “Xtrablatt” persönlich vor.

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