Rot, Grün, Blau – die Primärfarben, aus denen sich alle anderen Farbtöne des für den Menschen wahrnehmbaren Spektrums bilden lassen. Und eine ziemlich gute Metapher für die stilistische Soundpalette, von der sich der Berliner Sänger, Multiinstrumentalist und Producer RGB inspirieren lässt und die sich wie eine pulsierende Aura um seine Tracks zu legen scheint. Mal kraftvoll und energetisch, mal melancholisch-düster, im nächsten Augenblick nachdenklich und introvertiert. Ein ständiges Spannungsfeld zwischen unstillbarer Experimentierfreude und einer emotionalen Zerrissenheit, aus dem mit RGB nun einer der unberechenbarsten und faszinierendsten Newcomer-Acts im deutschsprachigen Pop hervorgeht!
RGBs musikalische Vita ist nicht unbedingt das, was man als direkten Werdegang im klassischen Sinne versteht. Vielmehr lebt seine Kunst vom Kontrast und vom Facettenreichtum, vom Ausprobieren nach dem Try-and-Error-Prinzip, von kreativer Neugierde und dem daraus resultierenden Spiel mit den verschiedensten Styles und Genres. Im Alter von sechs Jahren lernt der im Osten Frankreichs aufgewachsene Musiker Schlagzeug, mit fünfzehn bringt sich Pierre, wie der RGB-Mastermind mit Vornamen heißt, inspiriert von Rock- und Metalbands das Gitarrespielen bei. Nach dem Rausschmiss an seiner alten Schule lernt er in einem neuen Umfeld traditionelle Balkan- und World Music-Klänge lieben.

Im Alter von 18 Iahren geht Pierre nach Berlin, beschäftigt sich mit diversen Genres, u.a. französischem und deutschem Rap, bevor er schließlich die Popmusik für sich entdeckt. Zeitgleich zu seinen ersten selbst komponierten Tracks, die er auf den üblichen Streamingplattformen hochlädt, ist er ab 2020 außerdem zeitgleich als Producer für Größen wie Schmyt, Soho Bani, Yonii und andere tätig. Nach seinem Signing bei Universal Music Germany veröffentlicht RGB nun mit „Berlin“ seine offizielle Major-Debütsingle. „Irgendwie war ich schon immer ein Außenseiter“, so RGB über seinen künstlerischen Antrieb. „Obwohl ich den Drang habe, dazuzugehören, passe ich nirgendwo so richtig rein. Die Musik ist meine Ausdrucksweise für das, was ich mich normalerweise nicht trauen würde, anzusprechen. Mein Ventil, alles rauszulassen, was mich belastet. Auf der anderen Seite helfen mir die Songs, Antworten auf gewisse Fragen zu finden. Auch wenn sich alles ständig verändert und kaum eine Erkenntnis eine längere Gültigkeit hat.“

Und so ist auch RGBs Musik einer konstanten Weiterentwicklung und Neudefinition unterworfen: Stilistisch nicht klar abgrenzbar wie die Primärfarben, die ineinanderfließen, sich vermischen und immer wieder neue Nuancen und Schattierungen ergeben. Genregrenzen werden niedergerissen und Raster gesprengt. RGBs Sound lebt von verschiedenen Tiefen und Layern; ein bilderstarker Hybrid-Style aus modernen Beats, atmosphärisch-dichten Melodien und seinen roughen, ungeschminkten Texten, in denen der Musiker ohne Filter aus seiner persönlichen Lebensrealität erzählt. Zerrissen, suchend, angetrieben vom Gefühl, irgendwie lost zu sein. Das ewige Loop aus dem Feeling, okay zu sein und immer wiederkehrenden Selbstzweifeln – ein Mix, mit dem er nun für völlig neue Impulse innerhalb der deutschsprachigen Poplandschaft sorgt.

RGBs Songwriting wird von allen Ebenen des Zwischenmenschlichen getriggert: Von Themen wie Break-Ups und Einsamkeit ebenso, wie von Identitätssuche und Self-Empowerment. „Mein größter Struggle ist der mit mir selbst. Das war gefühlt schon immer so“, so Pierre weiter. „Ich denke zu viel über gewisse Dinge nach und suche nach Gründen. Und letztendlich auch nach einer Art von Erfüllung. Doch kaum habe ich sie gefunden, verändert sich schon wieder alles und die Suche fängt von vorne an. Alle Songs sind kurze Momentaufnahmen, was im Augenblick des Entstehungsprozesses in mir vorgeht. Ich bin ein Kopf- und gleichzeitig ein Bauchmensch; ich befinde mich ständig im Krieg zwischen Denken und Fühlen. Das setzt sich auch musikalisch fort. Ich bin schnell gelangweilt und suche nach immer neuen Kicks. Wiederholungen interessieren mich nicht. Ich versuche, mich immer wieder neu zu erfinden und bin jedesmal selbst überrascht, in welche Richtungen sich meine Tracks entwickeln.“

Eine Zerrissenheit, die sich in jeder Note wiederfindet – so wie auf RGBs offizieller Major-Debütsingle „Berlin“, die die Hassliebe zu seiner Wahl-Heimatstadt reflektiert, in der der im französischen Straßburg aufgewachsene Sänger, Musik und Producer seit zehn Jahren zuhause ist. „Im Song stelle ich zwei Schlüsselmomente in dieser Stadt gegenüber. Es geht um zwei völlig unterschiedliche Charaktere: Um den Neu-Zugezogenen, der sich total in der Euphorie des Berliner Party-Lebens verliert, sich treiben lässt und einfach Spaß hat. Und den, der nur noch die negativen Seiten sieht und zunehmend erschöpft wirkt von der Stadt. Im Grunde handelt der Song von Veränderung und davon, dass manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel gar so begehrenswert erscheinen, wie man vielleicht annimmt.“

 

Quelle: Universal Music