Es kommt nicht oft vor, dass sich Künstler den ganz großen Themen widmen und dabei eine gute Figur abgeben. Schnell läuft ein Musiker Gefahr, sich beim Verhandeln von Metaphysischem oder Philosophischen stilistisch oder wenigstens textlich zu verrennen. Tristan Brusch ist mit seinem Album “You, True” allerdings ein Bravourstück in Sachen Weltentrost gelungen. Es ist im klassischen Sinne ein Folk-Album – und andererseits ist es auch wieder alles andere als das.
Die Musik klingt, als hätten Grizzly Bear, der großen Gesten überdrüssig, nun in einem Indie-Studio in Berlin aufgenommen und per Telefon von Damon Albarn und Björk Tipps in Sachen Arrangement bekommen.
Diese Stimme allerdings, die ist mit nichts vergleichbar, großartig brüchig und umwerfend besonders. Würdevoll und atmosphärisch dringt sie direkt ins Mark und hypnotisiert von der ersten Sekunde an. Welcher kontemporäre Popsänger kann das von sich eigentlich behaupten?
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