Nicht jedes Märchen fängt vielversprechend an. Wichtiger ist, dass es irgendwann ein Happy End nimmt. Sorana verließ vor einigen Jahren ihr rumänisches Elternhaus mit nicht viel mehr als einem Rucksack, um ihren Traum von der Musikkarriere zu verfolgen. Heute, mit über 1 Milliarde weltweiten Streams auf dem Konto hat, kann man sagen: es sieht ziemlich gut aus mit dem Happy End. Und das kann Sorana größtenteils ganz allein sich selbst zuschreiben, denn mit viel Ehrgeiz, Entschlossenheit und unermüdlichem Einsatz brachte es die heute in Los Angeles lebende Sängerin zunächst als Songwriterin von Multiplatin-Hits und Stimme in Blockbuster-Kollaborationen zu großen Erfolgen, bevor sie nun mit einem Vertrag bei Atlantic Records als Solo-Künstlerin in den Vordergrund tritt. 

Man sagt, dass die kindliche Erinnerung im Alter von drei Jahren einsetzt – und Sorana sagt von sich, dass sie als 3-Jährige daheim in ihrem Kinderzimmer saß und laut zu Whitney-Houston-Kassetten mitsang. Ungefähr so weit reicht auch ihr fester Entschluss zurück, eine Sängerin zu werden. Bis dahin sollte es ein langer Weg sein, doch sie erwarb sich mit Hingabe und Ehrgeiz die dafür erforderlichen Fähigkeiten – und traf die notwendigen, nicht immer leichten Entscheidungen. Ein Umzug aus ihrer osteuropäischen Heimatstadt nach London beispielsweise, wo sie 12-Stunden-Schichten in einem Pub kloppte, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und die unzähligen Songwriting-Sessions an ihren freien Tagen finanzieren konnte.   

„Ich arbeitete praktisch pausenlos, war aber trotzdem notorisch klamm. Trotzdem verspürte ich mir diesen Mut, Das hat mich aber nicht davon abgehalten, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und meinen Traum zu verfolgen“, sagt sie. „Es war ein Sprung ins Ungewisse, doch ich habe keinen Moment daran gezweifelt, dass ich es schaffen würde. Ich habe alle Gedanken an ein Scheitern verdrängt und einfach drauf los gemacht.”

Ihre Anstrengungen blieben den Entscheidern in der Musikbranche ebenso wenig verborgen wie ihr Talent, das beständig zu wachsen schien. Der Lohn: Verträge mit Tileyard Music in London – Heimat von Joel Corry, Sigala und anderen – und 2019 mit der unabhängigen Recording und Publishing-Gruppe APG, die Charlie Puth, Bazzi und andere vertritt. Sorana zahlte das in sie gesetzte Vertrauen mit Zins und Zinseszins zurück: sie investierte mehr als fünftausend Stunden in intensive Songwriting-Sessions und brachte ihre Künste seitdem vielfach zur Anwendung, unter anderem als Co-Songwriterin internationaler Hits wie dem Platin-ausgezeichneten „Takeaway“ [feat. Lennon Stella] für The Chainsmokers und Illenium, „OMG What’s Happening“ für Ava Max, „Be the One“ für Jason Derulo und zuletzt die BRIT-Award-nominierte, Platin-ausgezeichnete „Heartbreak Anthem“ für Galantis, David Guetta und Little Mix, die in mehr als 20 Ländern die Spitze der Charts erreichte. Auf diese Weise entwickelte sich Sorana in den letzten Jahren zu einer stillen Pop-Songwriting-Macht, verlor darüber jedoch nie ihren eigentlichen Traum aus den Augen: Sängerin werden. Eine erste Gelegenheit ergab sich schließlich 2018: Als Co-Songwriterin und Stimme von Alan Walkers Single „Lost Control” feierte sie ihre Premiere als Sängerin – mit durchschlagendem Erfolg, wie über 110 Millionen Streams des Songs zeigen. 

„Als ich die ersten Songwriting-Versuche unternahm, wurde mir schnell klar, dass ich viele unterdrückte Gefühle und Dinge aus der Vergangenheit mit mir herumtrug, die ich in die ‚Ignorieren‘-Schublade gesteckt hatte. Songs schreiben wurde also gewissermaßen zu meiner Therapie“, schildert Sorana. „Ich besitze kein Tagebuch. Wenn mir eine Million Gedanken durch den Kopf schwirren, schreibe ich daher einen Song, um meine Gefühle besser zu verstehen. Ich liebe die Tatsache, dass es keine festen Regeln gibt, weshalb man viel rumprobieren muss. Wenn ich dann aber auf eine Idee stoße, die mich inspiriert, läuft sie fast wie einen Film in meinem Kopf ab. Der Song strömt förmlich aus mir heraus, sodass ich nur noch eine passende Melodie finden muss, die zu dem Gefühl passt.“

Ihre Atlantic-Debütsingle „redruM“ zeigt, wie es klingt, wenn ihre Worte und eine Melodie auf perfekte Weise zusammenfinden. Der Song wurde von David Guetta produziert, den sie vor ein paar Jahren bei einer Session kennenlernte. Neonhelle Bässe pulsieren zu satten Harmonien, eine funky Gitarrenlinie kollidiert mit rauschenden Klangflächen, dazu singt Sorana in der Hook „redruM, redruM, I took his heart, is that so wrong“, während sie im Video durch die Flure eines „Shining“-esken Hotels stapft, am Körper ein Latex-Outfit und am Kopf zwei leuchtend blaue Zöpfe – sie ist notorischer Sailor-Moon-Addict.

 

„Meine Debüt-Single ‚redruM‘ handelt von zwei Menschen, die sich in dieselbe Person verlieben“, kommentiert Sorana. „Am Ende ist einer von beiden glücklich verliebt, der andere hat ein gebrochenes Herz. In den Lyrics setze ich den Schmerz des Liebeskummers mit einem Mord gleich, denn meiner bisherigen Erfahrung nach war Liebeskummer immer verdammt hart und schwer zu überwinden. Der Song erzählt auf ironische Weise, wie dramatisch Menschen auf Liebeskummer reagieren können. Die Liebe kommt und sie geht. Man sollte sie also genießen, solange sie währt.“

Die Zusammenarbeit mit Guetta markiert ein weiteres Highlight-Kapitel im Märchen ihres Lebens. Früher tanzte sie mit ihren Freundinnen zu den Songs des ikonischen DJs, ihre eigene Künstlerkarriere noch in weiter Ferne. Während sie tanzte, stellte sie sich vor, wie es sich anfühlen würde, einen Song mit einem Künstler von Guettas Kaliber zu haben… und nun stehen ihre Namen nebeneinander auf dem Song. „Mit David Guetta für meine Debütsingle zusammenzuarbeiten, ist der helle Wahnsinn. Als er mir sagte, dass er meine Stimme liebt und ihm der von mir geschriebene Song gefällt, musste ich unwillkürlich an das Mädchen im Club zurückdenken, das davon träumte, solch eine Chance zu bekommen“, sinniert sie. „Harte Arbeit und Entschlossenheit können dich überall hinbringen. David und ich haben unermüdlich an diesem Song gearbeitet und freuen uns unglaublich, ihn nun mit der Welt zu teilen.“

Es dürfte wohl kaum überraschen, dass Sorana bereits an weiterer neuer Musik feilt. Auf diesen Moment hat sie ihr Leben lang hingearbeitet. Soranas Märchen fängt gerade erst richtig an.

 

Quelle: Warner Music

 
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