U96 ist ein Musikprojekt von Alex Christensen, Harry Castioni,Ingo Hauss und Helmut Hoinkis, das für zahlreiche Klassiker des Eurodance der 1990er Jahre verantwortlich ist.

Besetzung

U96 bestand ursprünglich aus Alex Christensen und dem Produzententeam Matiz (Harry Castioni, Ingo Hauss und Helmut Hoinkis). Öffentlich trat bis 2014 nur Alex Christensen in Erscheinung. Seit 2014 besteht U96 nur noch aus Harry Castioni und Ingo Hauss.

Biografie

Der Name kommt von dem im bekannten Film Das Boot auftauchenden deutschen U-Boot U96 aus dem Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Film stammt auch die Vorlage für die erste Hitsingle des Projekts, Das Boot (1992), eine DanceVersion der Titelmelodie, die im Original von Klaus Doldinger komponiert worden war. Auch das gleichnamige Gold Album befand sich zeitweise auf vordersten Chartpositionen. Dieser Titel ebnete den Weg für den kommerziellen Durchbruch der Techno und Dance-Musik in Deutschland. Die Single Das Boot erschien bereits im Jahr 1991 bei Polydor. In den Dance-Charts schnellte Das Boot auf Platz 1, in den deutschen Top-100 kam die Single zunächst nicht über Platz 15 hinaus. Durch ein Video (vom “U96”-Team damals noch selbst geschnitten) und einer etwas kürzeren Radio-Version kletterte die Single schließlich bis auf Platz 1 in den Charts, und blieb dort für 13 Wochen. Die Nachfolge Single I Wanna Be A Kennedy war mit Platz 3 in den Top-100 ähnlich erfolgreich. Die Single Come 2Gether/Der Kommandant, eine Doppel-A-Side-Single, konnte an die Erfolge nicht anknüpfen (Platz 39).

Das deutlich experimentellere, vom Elektropop der 1980er Jahre, dem Ambient und dem Disco Sound beeinflusste Nachfolgealbum Replugged (1993) war trotz seiner Originalität ebenfalls kommerziell erfolgreich. Auf ihm befanden sich Top-10-Hits wie Love Sees No Colour (Platz 6) und Night in Motion (Platz 9), die vor allem wegen ihres maschinellen, treibenden Sounds und ihrer typischen Elektropop-Melodien zu Dance-Klassikern wurden, aber auch ruhigere Titel wie The One Russian und Without You, die im Nachhinein als Vorläufer des Trip Hop angesehen werden können.

 

1994 erschien die Single Inside Your Dreams, die den Sprung auf Platz 11 in den Charts schaffte. Ein Album dazu wurde allerdings nicht veröffentlicht. Ende des Jahres erschien eine PC-CD-Rom: Club Bizarre Interactive. Neben dem PC-Spiel enthielt die CD auch noch 3 neue Tracks. Der Track Enter At Your Own Risk war exklusiv auf dieser CD-Rom, die anderen beiden Titel waren exklusive CD-Rom-Versionen von Love Religion und Club Bizarre.

Im 1995 veröffentlichten Nachfolgealbum Club Bizarre änderte U96 seinen Sound radikal. In diesem Album mischen sich Einflüsse des Elektropop mit dem zu dieser Zeit sehr erfolgreichen schnellen Trance-Sound, der das Album durchgängig prägt. Die größten Hits dieses Album waren das treibende und sehr schnelle Love Religion (mit Daisy Dee) auf Platz 5, sowie der trancige Titeltrack Club Bizarre (Platz 18) mit beinahe “klassischen” Harmonien, der später von Brooklyn Bounce gecovert wurde. Die 3 Single, Movin` (gesungen von Carol Bailey) schaffte mit Platz 91 grade noch den Sprung in die Top-100.

1996 wurde der Nachfolger Heaven veröffentlicht (die meisten Songs gesungen von Dea-Li), mit dem sich letztendlich Alex Christensen mehr dem Pop zuwendete. Das Album war sehr eingängig und kommerziell, trotz einiger immer noch vorhandenen Elektro-Einflüsse, die jedoch durch Eurodance-Einlagen und typischen Rave-Pop überdeckt wurden. Die Single Heaven, ein Cover von Cyndi Lauper's Time After Time, schaffte es bis auf Platz 4 in den Top-100. Die Nachfolge Singles A Night To Remember (21) und Venus In Chains (75) konnten jedoch an diesen Erfolg nicht anknüpfen. Im Jahr 1998 schwamm U96 auf der Elektro-Revival-Welle mit. Hierzu arbeitete man auch mit einer Streetdance-Truppe zusammen, die in diesem Jahr U96 bei Live Auftritten begleitete. Während die Single Energie (Platz 23) noch einen respektablen Platz im vorderen Drittel der Deutschen Top-100 holte, schaffte die 2. Single Beweg Dich, Baby, auch geprägt von einigen Hip-Hop Einflüssen, keinen Sprung in die Top-100.

2000 kam mit Das Boot 2001 eine modernisierte Neuauflage des Hits Das Boot zeitweise bis auf Platz 1 in den deutschen Dance-Charts. In den deutschen Top-100 wurde Platz 15 jedoch nicht Überschritten. Die Neuauflage von U96 an sich (mit neuen Vocals von Lia Lane) wusste jedoch nicht so zu überzeugen wie die sehr gute Remixe von Cosmic Gate, DJ Errik, Schiller, Avancada, DJ Mellow-D und DJ Blue Nature. Vor allem der Cosmic Gate Remix erlangte beim Publikum große Beliebtheit. Auch im selben Jahr erschien das Album Best Of 1991-2001, auf dem alle großen Hits vertreten waren. Lediglich die Original Version von Das Boot fehlte. Danach wurde es still um U96.

2003 gaben U96 mit We Call It Love ihr Comeback. Die Single wurde allerdings nur auf Vinyl veröffentlicht.

 

Im März 2006 erschien die neue “U96”-Single “Vorbei” gefeatured von Ben und schaffte den Sprung auf Platz 28 der Charts. Die zweite Single von dem in 2007 erscheinenden Album “out of Wilhelmsburg” ist eine Kooperation mit dem bekannten Rapper “DAS BO (Türlich, türlich)”. Sie trägt den Namen “Mr. DJ Put On The Red Light” und ist eine Hip Dance hop gestylte Partynummer.

Seit Oktober 2014 führen Ingo Hauss und Harry Castioni U96 alleine weiter und bringen das Projekt 2015 zum ersten Mal überhaupt als Live-Act auf die Bühne. 2 Festival-Termine in Finnland sind bereits bestätigt und weitere folgen in Kürze.

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