Isabel van Gelder veröffentlicht ihre EP Lovesick mit sieben Songs über Liebeskummer, Sehnsucht und Loslassen. Dazu gibt es das One-Take-Video zu Heartless auf Analogfilm.
Ein einziger Take, kein Schnitt, und dazu echtes Filmmaterial statt digitaler Glätte: Mit dem Video zu „Heartless“ schickt Isabel van Gelder ihre Fans mitten hinein in ein Gefühlschaos, das man förmlich knistern hört. Der Clip entstand komplett auf Analogfilm und wirkt dadurch wie ein kleiner Kurzfilm über gebrochene Herzen. Er begleitet die EP Lovesick, die seit dem 16. Oktober erhältlich ist, und „Heartless“ ist die Fokus-Single des Projekts.
Sieben Songs hat die in Amsterdam lebende Künstlerin auf Lovesick versammelt, und sie lesen sich wie Seiten aus einem Tagebuch. Es geht um Sehnsucht und Ablehnung, um Liebeskummer, um die Flucht in die Realitätsverweigerung, um emotionale Distanz und schließlich ums Loslassen. Isabel beschreibt sich selbst als hoffnungslose Romantikerin, und die EP spiegelt ihre Erfahrungen des vergangenen Jahres wider. Sie erzählt mal ganz verletzlich in introspektiven Balladen, mal mit einem breiten Augenzwinkern in deutlich flotteren Nummern. Dieser Mix aus Pop, Singer-Songwriter-Intimität und einer Prise Indie-Pop-Verspieltheit macht den Reiz der Platte aus: Man darf mitleiden und im nächsten Moment mitlachen.
Zwischen Amor, Theater und billigem Rosé
Auch optisch nimmt Lovesick das große Liebesdrama gleich selbst auf die Schippe. Die Bildwelt greift auf klassische Romantik-Motive zurück, auf Amor und Bühnenpathos, und holt sich Inspiration bei Baz Luhrmanns „Romeo + Julia“ von 1996. Übertriebene Klischees und Theaterkulissen sind dabei ausdrücklich gewollt. Zu Isabels Einflüssen zählen außerdem Radiohead und ABBA sowie Filme wie „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“, und ihre eigenen Tagebücher liefern Stoff für die Texte.
Wie leichtfüßig sie mit dem Thema umgehen kann, zeigt „Kissing You Away“, das am 11. September 2026 als Single erschienen ist. Der Song beginnt mit einem Knistern wie von einer alten Schallplatte, man hört Schritte, die sich dem Mikrofon nähern, und ein leises „ok“. Es klingt, als würde man genau in dem Augenblick hereinplatzen, in dem Isabel zu erzählen ansetzt. Ihre weiche, fließende Stimme gleitet dann durch ein warmes, rhythmisches Arrangement mit luftigen Background-Vocals und einer leicht verruchten, geheimnisvollen Stimmung. Statt dem Ex hinterherzutrauern, stürzt sie sich in eine Nacht voller Ablenkung, und ein Schluck billiger Rosé muss den Rest erledigen.
Dass Isabel van Gelder so nahbar klingt, hat mit ihrem Weg zu tun. Sie begann damit, Cover in sozialen Medien zu teilen, und baute sich so Schritt für Schritt eine treue Community auf. Ihre erste Single „Pieces“, eine autobiografische Ballade, erschien 2023. Der Durchbruch folgte im April 2025 mit „Die For You“. 2024 gehörte sie bei der Popronde zu den meistgebuchten Acts und eröffnete bei der Niederlande-Tour von Blanks. Im Januar 2026 stand sie beim Eurosonic Noorderslag auf der Bühne. Ihre Debüt-EP „Minor Details“ stellte sie live im Amsterdamer Paradiso vor. Die erste Europatour war laut Veranstalterangaben innerhalb weniger Wochen ausverkauft, und eine größere Tour mit mehr Städten wurde angekündigt. Neben der Musik arbeitet sie als Model und hat auf Instagram laut Quellen rund eine Million Follower.
Inzwischen ist sie bei Columbia Records unter Vertrag. Dort erschien am 8. Mai 2026 mit „I Don’t Want To Fall In Love Again“ ihre erste Single, im Juli folgte „Complicated“, im September dann „Kissing You Away“. Mit Lovesick rundet sie diese Kapitel nun zu einem Gesamtbild ab, das ehrlich, theatralisch und ziemlich unterhaltsam ist. Wer schon einmal mit Herzschmerz zu tun hatte, findet hier garantiert seinen Soundtrack.

MISTER MIXMANIA
