LEA und ZsáZsá veröffentlichen mit „Lieben wir uns genug“ eine gemeinsame Single über Neid, Vergleiche und die Frage, ob eine enge Freundschaft Ehrlichkeit aushält.
Ein Song über das, was Freundinnen selten aussprechen
LEA und ZsáZsá haben mit „Lieben wir uns genug“ eine gemeinsame Single veröffentlicht, die seit dem 16. Oktober erhältlich ist. Das Stück greift ein Gefühl auf, das in vielen engen Freundschaften vorkommt und trotzdem selten offen benannt wird: Man freut sich nicht immer uneingeschränkt, wenn es bei der besten Freundin gerade besonders gut läuft. Gemeint ist der kleine Stich, der sich einstellt, das Vergleichen, das sich kaum abschalten lässt, und die Sorge, dass ein ehrliches Wort die Freundschaft beschädigen könnte. Zur Single gibt es ein offizielles Musikvideo.
Zwei Perspektiven, die sich ergänzen
Der Reiz des Songs liegt in seiner Zweistimmigkeit. ZsáZsá nimmt die Rolle derjenigen ein, die ausspricht, was andere lieber für sich behalten, und macht so den ersten Schritt. LEA erzählt dieselbe Geschichte aus der Gegenrichtung: Man sieht sich plötzlich fast nur noch auf Events, und die Freundin ist mit Menschen unterwegs, die man selbst kaum kennt. Beide Sichtweisen stehen gleichberechtigt nebeneinander, und gerade deshalb liegen sie inhaltlich so nah beieinander.
Erzählt wird dabei nicht in großen Gesten, sondern in Alltagsbeobachtungen. Ein Glückwunsch, der um eine Sekunde zu spät kommt, eine Story, die man sich mehrfach ansieht, ein Lächeln, hinter dem mehr steckt, als es zeigen soll: Solche Details tragen den Text. So wird aus einem Gefühl, für das man sich leicht schämt, ein Gespräch, in dem sich viele Hörerinnen und Hörer wiederfinden dürften.
Klang und Einordnung
Musikalisch bewegt sich „Lieben wir uns genug“ im Bereich des deutschsprachigen Pop mit urbaner Färbung. LEA zeigt sich hier von einer Seite, die an ihre früheren Rap-Features erinnert, ohne dass sie ihre Stärke aufgibt: Songwriting, das Nähe herstellt und auch unbequeme Emotionen greifbar macht. Der Song verurteilt niemanden und sucht keine Schuldige. Er stellt stattdessen die Frage, die jede enge Freundschaft irgendwann beantworten muss, nämlich ob man sich genug liebt, um ehrlich zueinander zu sein.
ZsáZsá: von der Schauspielerin zur Hyperrap-Künstlerin
ZsáZsá, bürgerlich Zsá Zsá Inci Bürkle, wurde 1995 in Pforzheim geboren und wuchs ab ihrem sechsten Lebensjahr in Berlin auf. Bekannt wurde sie zunächst als Schauspielerin: 2006 spielte sie die Trude in „Die Wilden Hühner“ und den Fortsetzungen, von 2008 bis 2011 war sie in der RTL-Serie „Doctor’s Diary“ zu sehen. Ihre erste Solo-Single „Scare Me“ erschien im November 2021. Seit Juli 2024 veröffentlicht sie ihre Songs auf Deutsch, den Anfang machte „Er kriegt mich nicht“.
2025 gelang ihr mit „Bad Bunnie$“ der Durchbruch. Der Song erreichte Platz 6 der deutschen Charts, Platz 7 in Österreich und Platz 18 in der Schweiz. Ihr Debütalbum „Thirst Trap“ erschien am 26. September 2025 und umfasst zehn Tracks, entstanden mit dem Produzenten Replay Okay. Ihren Stil nennt sie selbst „Hyperrap“, eine Mischung aus Hyperpop, Dirty South und Berlin-Techno. Auf Festivals wie splash!, Openair Frauenfeld und Deichbrand stand sie bereits.
LEA: Songwriterin mit Rap-Erfahrung
LEA, bürgerlich Lea-Marie Becker, wurde 1992 in Kassel geboren und begann mit 15 Jahren, Videos auf YouTube zu veröffentlichen. Ihr Debütalbum „Vakuum“ erschien 2016. Den Durchbruch brachte 2017 der Remix von „Wohin willst du?“ mit Gestört aber GeiL, der Platz 11 der deutschen Charts erreichte. Ihre Single „Leiser“ kam auf Platz 13 und erhielt Platin.
Der Rap-Bezug von „Lieben wir uns genug“ kommt nicht von ungefähr: 2019 stand LEA mit Capital Bra und Samra auf „110“, das die deutschen Singlecharts anführte. 2021 folgten Kooperationen mit Mark Forster („Drei Uhr nachts“) und mit Casper („Schwarz“), beide im Umfeld ihres Albums „Fluss“. Nach eigenen Angaben zählt sie mit weit über einer Milliarde Streams zu den erfolgreichsten Künstlerinnen Deutschlands. Mit ZsáZsá trifft sie nun auf eine Kollegin, die zwar aus einer anderen Ecke der Popmusik kommt, aber ebenfalls zwischen Pop und Rap pendelt.
Genres
- Urban Pop
- Deutschpop
- Pop
MISTER MIXMANIA
