Mit „POV“ ist das vierte Studioalbum von Nico Santos seit dem 30. Oktober 2026 erhältlich. Es ist sein erstes Doppelalbum und umfasst 18 Songs. Der Titel ist ein Akronym: P steht für „Personal“, O für „Optimist“ und V für „Voicenotes“. Santos beschreibt die drei Buchstaben als Blicke auf dieselbe Person und dieselbe Reise. Die Stationen reichen von Familie und Nähe über Zweifel bis zum Gefühl, nach langer Suche angekommen zu sein.
Ein Karrierehoch als Ausgangspunkt
Die Vorzeichen für das Album sind günstig. Santos kommt auf mehr als eine Milliarde globale Streams, 15 Gold- und 20 Platin-Auszeichnungen in sechs Ländern und zwei aufeinanderfolgende Alben in den Top 3 der deutschen Charts. Im Radio hat er eine Serie aufgebaut: „Why Don’t You Stay“ wurde sein neunter Nummer-eins-Titel in den deutschen Airplay-Charts. Das ist laut Label Rekord unter deutschen männlichen Solokünstlern. Der Durchbruch als Solist gelang 2017 mit „Rooftop“. Der Song hat mehr als 300 Millionen Streams gesammelt und wurde für 800.000 verkaufte Einheiten mit Doppelplatin ausgezeichnet. Vorausgegangen war 2015 seine Gastrolle auf Topics Hit „Home“. Als Songwriter und Produzent arbeitete er außerdem unter anderem an Titeln von Mark Forster und Helene Fischer mit. Seit 2019 sitzt er als Coach bei „The Voice of Germany“ in der Jury.

„POV“ nutzt diese Position, um den Blick nach innen zu richten. Statt die Erfolgskurve fortzuschreiben, rückt das Album den Menschen hinter den Zahlen in den Mittelpunkt. Auch live ist Santos in den großen Hallen angekommen. Seine Arena-Shows 2024 sahen 60.000 Fans, insgesamt kamen bereits mehr als eine halbe Million Besucher zu seinen Konzerten.
Personal: das geöffnete Notizbuch
Die erste Hälfte, „Personal“, wirkt weniger wie eine Songsammlung als wie ein Tagebuch. Eröffnet wird sie von „dear child“, einer Ballade, die Santos für sein Kind geschrieben hat und bewusst so offen hält, dass sich jeder darin wiederfinden kann. Die erste Idee entstand auf Mallorca, wo er aufwuchs. In Berlin überarbeitete er die Strophen, bis sie dem Anspruch des Songs genügten. Die Stimme zu Beginn ist eine echte Aufnahme aus seinem Wohnzimmer, kein inszeniertes Intro.
Danach bewegt sich das Album durch Erinnerungen, alte Ideen und neue Gewissheiten. Mehrere Songs haben eine lange Vorgeschichte. „learn to love again“ begann bereits 2020 und fand erst über Gitarre, Kontrabass und Streicher zu seiner Form. Santos hat den Song selbst produziert und gemeinsam mit Max Wolfgang geschrieben. „Pages“ geht auf eine Begegnung bei „The Voice“ vor sechs Jahren zurück, aus der damaligen Idee entstand eine komplett neue Produktion. „home pt. 2“ greift die Thematik von „Home“ Jahre später wieder auf und markiert das Zentrum dieses Kapitels. Abgeschlossen wird die Hälfte von „yours, nico“, einer rund vierminütigen, chronologisch erzählten Lebensgeschichte für Familie und Wegbegleiter. Auch „optimist“ gehört zu dieser Seite. Er wurde zum inneren Drehpunkt, weil Santos beim Schreiben erkannte, dass das Album mehr als eine Perspektive braucht.
Zu den Songs dieser Hälfte zählen unter anderem:
- dear child – die persönliche Ballade, die das Album eröffnet
- optimist – der Titel, der die zweite Perspektive anstieß
- learn to love again – Gitarre, Kontrabass und Streicher
- Pages – neu produziert aus einer sechs Jahre alten Songidee
- home pt. 2 – die Fortsetzung zu „Home“
- human being
- letting go
- yours, nico – chronologische Lebensgeschichte zum Abschluss
Optimist: Zuversicht ohne Sicherheitsnetz
Die zweite Hälfte schaltet nicht einfach auf gute Laune um. Optimismus bedeutet hier, Zweifel mitzunehmen und trotzdem voranzugehen. Klanglich wird das Album freier. Die Produktionen experimentieren stärker, Gitarren und Indie-Einflüsse treffen auf die großen Pop-Melodien, für die Santos bekannt ist. „CLASSIC“ steht beispielhaft für diese neue Beweglichkeit. Santos schrieb den Song mit Sebastian Arman und Joacim Persson und produzierte ihn gemeinsam mit Decco. „Why Don’t You Stay“ bringt dagegen die Energie der Liveshows direkt auf das Album.
Auch hier prägen persönliche Verbindungen die Musik. „BODY“ führt Santos und Topic Jahre nach „Home“ wieder zusammen. Mit Fireboy DML ist zudem ein Gast dabei, den sich Santos schon lange als Feature gewünscht hatte. Zum Abschluss kommt „BABY I’M IN LOVE“, ein Song, der fast so schnell entstand, wie er klingt. Er besteht aus Klavier, Chorus und einem spontan weitergesungenen Chor und beendet das Album euphorisch und nach vorn gerichtet.
Die Songs dieser Seite im Überblick:
- CLASSIC – vorab erschienen, mit Indie-Einflüssen
- Why Don’t You Stay – der neunte Airplay-Nummer-eins-Hit
- Ray of Light
- All Time High
- BODY – mit Topic und Fireboy DML
- BABY I’M IN LOVE – das Finale
Voicenotes: der noch verschlossene dritte Teil
Der dritte Buchstabe des Titels bleibt vorerst ein Rätsel. „Voicenotes“ ist laut Santos eine Tür, die nur einen Spalt offensteht. Dahinter liegen erste Gedanken, rohe Sprachmemos und unfertige Ideen, bevor aus ihnen Songs werden. Das passt zum Konzept des Albums. „POV“ zeigt keine perfekte Version von Nico Santos, sondern drei Perspektiven auf dieselbe Person: privat, optimistisch und unmittelbar am Anfang von allem.
Live: Arena-Tour läuft
Parallel zum Release ist Santos auf Arena-Tour. Am 30. Oktober, dem Erscheinungstag, steht er am Abend in Berlin auf der Bühne. Tickets gibt es bei Eventim. Bekannt sind folgende Eckdaten der Tour:
- 29. Oktober 2026: Tourauftakt in Hamburg
- 30. Oktober 2026: Berlin
- 11. November 2026: letzter Tourtermin
Nach dem Debüt „Streets of Gold“ von 2018 und dem selbstbetitelten Nachfolger von 2020 setzt „POV“ einen deutlichen Akzent. Das Album verbindet radiotauglichen Pop mit dem Singer-Songwriter-Gestus des Personal-Teils und öffnet sich zugleich für Indie-Einflüsse.
Genres
- Pop
- Pop International
- Indie Pop
MISTER MIXMANIA
