Es gibt Momente, in denen eine Band merkt, dass eine lange Suche zu Ende ist. Bei Skid Row war es der Augenblick, in dem Justin Sargent zum ersten Mal den Proberaum betrat. Bassist Rachel Bolan beschreibt es so: Schon beim Eintreten habe sich der Sänger angefühlt, als gehöre er längst dazu. Als Sargent dann zu singen begann, war für ihn die Sache entschieden. Nun hat die Hard-Rock-Band den Musiker offiziell als neuen Leadsänger vorgestellt, und das ausgerechnet im Jahr ihres 40-jährigen Bestehens.
Eine Suche, die in der Heimat endete
Skid Row wurden 1986 in New Jersey gegründet, in Toms River, von Rachel Bolan und Dave „Snake“ Sabo. Dort, im Heimatstaat der Band, fand sich nun auch die neue Stimme, nach einer Suche, die um den ganzen Globus ging. Auf Sargent wurde die Band bereits im vergangenen Jahr aufmerksam. Seine Stimme, seine Bühnenpräsenz und sein natürlicher Zugang zu den Songs überzeugten sofort. Danach wurde viel gesprochen und viel geprobt. Am Ende stand für alle fest: Hier kommt nicht einfach ein neuer Sänger, sondern jemand, der zur Band passt.
Der Weg dorthin war lang. Erik Grönwall, der Vorgänger, hatte die Band 2024 aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Er hatte zuvor gegen eine Leukämie gekämpft, und Bolan sagte, die Tour sei für ihn schlicht zu viel geworden. Im Sommer 2025 sprang Halestorm-Sängerin Lzzy Hale vorübergehend ein und half der Band, einige Termine zu spielen. Im Februar 2026 startete Skid Row schließlich gemeinsam mit dem US-Musikhändler Sweetwater die offene Suche. Sänger aus aller Welt konnten sich online per Video bewerben, unter anderem mit Songs wie „18 and Life“ und „Monkey Business“. Die Band bedankt sich bei allen, die mitgemacht haben, und spricht von einer enormen Resonanz. Gitarrist Snake Sabo betont, dass es dort draußen viele hervorragende Sänger gebe.
Sargent selbst sagt, er singe schon seit Jahren Skid-Row-Songs, nun selbst Teil dieser Band zu sein, habe er sich nie vorstellen können. Er spricht von großem Respekt vor dem Vermächtnis der Gruppe, freut sich aber noch mehr auf das, was vor ihr liegt, vor allem auf die Begegnung mit den Fans.
Ein Who-Klassiker als erstes Lebenszeichen
Zur Bekanntgabe hat die Band sich für eine Neuaufnahme von „Won’t Get Fooled Again“ entschieden, der Rockhymne von The Who. Die Single ist seit dem 30. Oktober bei earMUSIC erhältlich, dazu gibt es ein neues Musikvideo. Für Gitarrist Scotti Hill ist es ein Lied, bei dem man das Radio lauter dreht, egal wie oft man es schon gehört hat, eine Hymne für Generationen. Schlagzeuger Rob Hammersmith sieht in dem Stück ein Statement und Maßstäbe, die The Who mitgesetzt haben. Auf den Schultern dieser Giganten zu stehen, sei für die Band das Sprungbrett in eine laute, kompromisslose neue Ära.
Regie beim Video führte Dale „Rage“ Resteghini, der vor allem für Performance-Clips bekannt ist und bereits für Five Finger Death Punch, Guns N’ Roses und Alter Bridge gearbeitet hat. Der Film zeigt die Band in neuer Besetzung bei der Arbeit und macht hörbar und sichtbar, wie gut die fünf zusammenpassen.
Produziert und aufgenommen hat den Song Nick Raskulinecz, Grammy-prämierter Produzent, der unter anderem mit Foo Fighters, Rush, Alice in Chains, Halestorm und Evanescence gearbeitet hat. Mit ihm hatte Skid Row schon das Album „The Gang’s All Here“ eingespielt. Das sechste Studioalbum erschien am 14. Oktober 2022 bei earMUSIC, entstand in Nashville und war das erste Studiowerk seit „Revolutions per Minute“ von 2006. Es brachte der Band nach Angaben des Labels die ersten Chart-Einstiege seit 27 Jahren, mit Top-20-Platzierungen in neun Ländern, darunter Platz 2 der britischen Rock- und Metal-Albumcharts. Dass die Band erneut mit Raskulinecz arbeitet, ist ein Zeichen der Kontinuität in einer Phase des Wandels.
MISTER MIXMANIA
