Stell dir vor, der Weihnachtsmann parkt seinen Schlitten, und stattdessen scheppern Metal-Gitarren durch den Schnee, während irgendwo Glocken eine ziemlich schräge Botschaft an den Mann im roten Mantel funken. Genau das passiert in „Nordpol ohne Benzin“, dem (Anti-)Weihnachtssong von Kalle Koschinsky und Krogi, produziert gemeinsam mit Böse Fuchs. Seit dem 6. November ist die Single erhältlich, und damit startet die Festtagsstimmung in diesem Jahr früh und deutlich lauter als gewohnt.
Das Besondere: Der Song ist ein Experiment. Zwei Creator, die sonst vor allem mit Humor, Gaming und Entertainment unterwegs sind, haben sich mit dem Produzenten-Duo Böse Fuchs zusammengetan und in nur zwei Tagen einen kompletten Weihnachtssong geschrieben und aufgenommen. Entstanden ist alles im Circle Studio Berlin, gemeinsam mit Valy und Mxnsh von Böse Fuchs. Kalle hatte dabei trotz fehlendem musiktechnischem Vokabular von Anfang an das Gefühl, verstanden zu werden. „Das war sehr aufschlussreich und spaßig“, sagt er, weil er gemerkt habe, dass er auch mit Leuten, mit denen er noch nie gearbeitet hat, ohne Hemmungen und Berührungsängste klarkommt. Ein Konzept wurde vorab besprochen, danach ging es schnell: Inspiriert von Weihnachtssongs mit Augenzwinkern, etwa dem von Sido, und von Filmen wie „Der Grinch“, wurde aus dem Ganzen eher eine Weihnachtsparodie als ein klassisches Lied zum Fest. Krogi beeindruckte vor allem Kalles Vorstellungskraft. Mit dem Input von Böse Fuchs war die Grundlage schon richtig stark, sagt er, und er selbst steuerte nur „eine kleine Prise Wahnsinn“ bei.
Und so klingt das Ergebnis: Der Track pendelt zwischen krachenden Metal-Gitarren und treibenden Hyperpop-Vibes, mischt Deutschrap, Partyschlager und einen deutlichen Metalcore-Einschlag und lässt dazwischen immer wieder Raum für Mitgröhl-Passagen und Moshpit-Momente. Musikalisch bewegt sich das irgendwo zwischen Electric Callboy, Scooter und TBS. Gedacht ist der Song für den Ballermann ebenso wie für Rock am Ring oder den heimischen Tannenbaum.
Zwei Creator, ein Hang zur Eskalation
Kalle Koschinsky ist als Creator und Streamer eine feste Größe: Auf YouTube folgen ihm rund 610.000 Menschen, auf Twitch hat er 240.000 Abos, bei TikTok sind es 210.000 und bei Instagram 130.000 Follower. Sein erstes YouTube-Video stellte er im Mai 2015 online, seit 2016 streamt er auf Twitch, bekannt wurde er unter anderem mit Simulator-Spielen wie dem Bus Simulator. Musikalisch hat er längst Erfahrung mit Crossover-Tracks: „Castrop X Spandau“ mit Electric Callboy erschien am 21. Oktober 2021 und zählt zu seinen meistgehörten Songs. Mit Electric-Callboy-Sänger Nico Sallach nahm er außerdem „Meine Buffalos“ auf, das Video kommt auf YouTube auf rund 827.000 Aufrufe. Mit The Butcher Sisters veröffentlichte er am 29. November 2024 bei Arising Empire „Bauch Beine Po“, und auf deren Track „White Monster“ vom 30. April 2025 ist er ebenfalls zu hören. Auch mit Bluthund hat er schon zusammengearbeitet.
Michael „Krogi“ Krogmann wiederum lebt für Rockmusik und laute Gitarren. Als Moderator bei Rocket Beans TV und als Streamer auf Twitch (81.000 Abos) und YouTube (24.000 Abos) ist er in der Gaming- und Entertainment-Welt zuhause. Gemeinsam mit Evil Jared Hasselhoff von der Bloodhound Gang stand er bereits bei Rock am Ring, Wacken und Parookaville auf der Bühne und im ZDF-Fernsehgarten. In diesem Sommer spielten Evil Jared und Krogi beim Wacken Open Air auf der Wasteland Stage, legten bei der Rock-Ausgabe des Fernsehgartens am 2. August auf und standen am 27. August auf der Gamescom in Köln. Weihnachten und Krogi passen dabei übrigens besser zusammen, als man denkt: Zusammen mit Evil Jared hat er in einem Video schon die Weihnachtsfeier in Wacken „gesprengt“.
Mit „Nordpol ohne Benzin“ wird aus dieser Mischung nun ein Song, der das Fest der Liebe auf die denkbar chaotischste Art zum Mitgrölen aufbereitet. Wer Weihnachtsmusik bisher für besinnlich hielt, sollte die Lautstärke lieber vorher prüfen.

MISTER MIXMANIA
