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Dieser Eintrag wurde am 4. November 2024 veröffentlicht und ist möglicherweise veraltet.

Die Befreiung der Menschheit war für Asbjørn immer eine treibende Kraft. Auf seinem neuen, vierten Album “The Secret Our Bodies Hold” nutzt er seinen Körper, um die Songs heraufzubeschwören – Songs über Verletzlichkeit und den Mut, zu sich selbst zu stehen. Asbjørn kennt dies wie kaum jemand anderes: Nicht nur hat er als DIY-Künstler seine Karriere selbst in die Hand genommen, sondern nutzt seine Plattform auch, um jedes Jahr an öffentlichen Schulen vor tausenden von Teenagern aufzutreten.

Eines Tages stand Asbjørn an einer Bushaltestelle. Neben ihm arbeitete ein Bauarbeiterteam, und die Geräusche von der Baustelle ließen ihn tanzen. Er fand in den metallischen Klängen einen eigenwilligen, stockenden Rhythmus und ließ sich von ihm tragen. “My body moved in a completely new way. And I wanted to move in new ways. When I got home, I tried to translate it into music,” erzählt Asbjørn.

Das Erlebnis führte zum Song “Vulnerably Happy”, und diese Methode wurde zu einem zentralen Ansatz für die Entstehung seines vierten Albums, “The Secret Our Bodies Hold”. Das Album ist ein weiterer visionärer Schritt eines Künstlers, der mit 19 Jahren bereits seinen eigenen Weg in der Musikindustrie eingeschlagen hatte: Er gründete sein eigenes Plattenlabel, produzierte Videos mit Millionen von Streams und schaffte den Spagat zwischen großen Festivalbühnen und Klassenräumen, wo er das Publikum immer wieder herausfordert, über verschiedene Lebensweisen nachzudenken.

Das neue Album entstand in enger Zusammenarbeit mit Steffen Lundtoft von der international renommierten Band Lowly. Sie pflegten einen offenen Prozess, bei dem Asbjørn jederzeit sagen konnte: “I just need to dance a bit”, wenn ein Song noch seinen Weg finden musste. Diese Herangehensweise führte zu überraschenden Ergebnissen, wie beim Song “He’s Dancing So Well (I’m Better)”, der mit rohen Emotionen beginnt, von energetischen Streichern getragen wird und im zweiten Vers wie ein Körper in epileptischen Bewegungen hin und her schwingt.

“I had some unlearning to do after my last album ‘Boyology’, on which I explored a more cathartic approach to pop music. Everything was quite intentional and resolved,” sagt Asbjørn. “On ‘The Secret Our Bodies Hold’ I let my body dictate the outcome, translated movement into sound and danced the music to life.”

Er arbeitete ohne klare Referenzen, weiß aber sehr genau, wie prägend es für ihn war, an einer dänischen Kunstschule aufzuwachsen, wo er von Rhythmen aus aller Welt umgeben war, Madonna und Britney Spears auf MTV sah und später Künstler:innen wie David Bowie, Robyn, James Blake, Björk und Rosalía entdeckte.

Lyrisch findet sich der Schlüssel in der ersten Zeile des Eröffnungssongs “Sound of Heartache”: “Am I strong enough to be this vulnerable?”

“There’s a balance between strength and vulnerability that constantly shifts. The courage to stand by oneself is not constant. And moving forward is not a linear process but is filled with detours and setbacks. On this album, I danced myself brave enough to be vulnerable.”

Auf dem Weg wird Asbjørn von einer anderen Künstlerin begleitet, die es ebenfalls wagt, sich verletzlich zu zeigen: Brimheim. Gemeinsam singen sie das Duett “New Moon, Same Old Me”, ein Lied darüber, wie sich zwei Menschen in verschiedene Richtungen entwickeln und dennoch füreinander da sein können.

Asbjørn übernimmt die volle Verantwortung für seine eigene Entwicklung. Das Album erscheint auf seinem eigenen Label, denn nur so fühlt er die totale Freiheit, die er sich wünscht. Sein einzigartiger Ansatz in der Musikbranche wird unterstrichen durch die Tatsache, dass er neben einer konventionellen Karriere mit Radiohits und Konzerten an etablierten Orten jedes Jahr fast 100 Schulkonzerte gibt. Dort begegnet er – besonders von Jungen – oft Vorurteilen darüber, wer er ist und wofür er steht, sowohl als Mensch als auch als queerer Künstler. Doch Asbjørns Einsatz, auf dem Territorium der Teenager zu wirken, zahlt sich aus und fördert Verständnis und Dialog.

“It’s an intense experience to step into a space where you’re not appreciated beforehand. Here sits a group of young people in perhaps the most chaotic phase of their lives and my hope is that some of them will feel a bit freer to be themselves and less afraid of people that are different,” erklärt Asbjørn. “I just really want to help break down the hierarchies and social dynamics that can so easily hold a person down, like they did when I was a teen.”

In diesem Sommer – abgesehen davon, dass er das Leben tausender Teenager beeinflusste – war Asbjørn auf dem Cover des dänischen GAFFA Magazine (das dänische Pendant zum britischen NME), war einer der meistgespielten Künstler im dänischen Radio, trat beim legendären Roskilde Festival sowie im nationalen Morgenfernsehen auf. Am 1. November veröffentlicht er “The Secret Our Bodies Hold” und startet eine Europatournee.

Listening Session mit Asbjørn
Do 07.11.2024 ab 19 Uhr 
@ Dussmann das KulturKaufhaus
Friedrichstr. 90, 10117 Berlin

Unplugged Live Session + Q&A
Eintritt frei!

 

Quelle: Better Things