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Mit ihrer neuen EP „Dreiundzwanzig“ liefert Dilla eine tiefgründige Popmusik, die nicht nur klanglich überzeugt, sondern direkt aus dem Herzen kommt. Die Songs sind selbstbewusst, sensibel und nahbar – ein ehrliches Abbild einer Generation, die zwischen digitaler Reizüberflutung und der Suche nach dem eigenen Ich balanciert. Die Fokussingle „Angst“ fängt dabei das Gefühl eines vorsichtigen Sonnenstrahls an einem verkaterten Sonntagmorgen ein: warm, klar und von einer leisen Wehmut begleitet. Zur Veröffentlichung feierte Dilla die EP mit einer einmaligen Release-Show am 7. August in Berlin.

Eine Zwischenbilanz im 23. Lebensjahr

Was passiert, wenn Freundschaften zerbrechen und vertraute Gesichter verschwinden? Wie fühlt es sich an, erwachsen zu werden – oder dies zumindest zum ersten Mal bewusst zu erleben? Und wie findet man den Weg zurück ans Steuer des eigenen Lebens, nachdem man sich monatelang im Standby-Modus befand?

Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch „Dreiundzwanzig“, Dillas erste Veröffentlichung nach einer anderthalbjährigen Schaffenspause. Nach der EP „Also was jetzt?“ war es ruhig um die Musikerin geworden, die zuvor mit ihrem Debüt „Also bin ich“ gefeiert wurde. In einer schnelllebigen Zeit ist das eine halbe Ewigkeit. Manchmal braucht es diese Ruhe jedoch, um die Dinge neu zu sortieren und zu sich selbst zu finden. Die sechs Songs auf der EP, die in Dillas 23. Lebensjahr entstanden sind, erzählen genau von diesem Prozess: eine musikalische Zwischenbilanz zwischen Rückblick, Aufbruch und der leisen Hoffnung auf das, was kommt.

Der erste Song, „Mein schönstes Kleid“, ist ein Liebeslied über die kleinen Gesten und eine tiefe Verbundenheit. Mit groovender Wärme und intimer Schlichtheit besingt Dilla den Wunsch, sich für jemanden schön zu machen – nicht aus Unsicherheit, sondern aus einem Gefühl der Zugehörigkeit. Es hat die unaufgeregte Schönheit eines Morgens nach einer langen Nacht.

Die zweite Single, „Autopilot“, ist Dillas bisher ehrlichster Song. Er entstand nach einer Phase persönlicher Entkopplung. Durch die Musik fand sie zu sich zurück, nahm wieder Platz am Steuer ihres eigenen Lebens. Der Song spricht eine Generation an, die viel fühlt, aber nicht immer weiß, wohin mit diesen Emotionen – und genau das macht seine Kraft aus.

Dilla - Mein schönstes Kleid (Offizieller Visualizer)

Von der Angst vor dem Älterwerden zum Popmoment

Während sich viele vor dem Älterwerden fürchten, macht Dilla es zu einem Popmoment. Sie sagt: „Altsein ist eigentlich ein Privileg“ und verbindet diese Einsicht mit dem Song „Angst“. Dieser klingt wie ein vorsichtiger Sonnenstrahl an einem Sonntagmorgen – warm, klar und melancholisch.

Auch die anderen Stücke auf „Dreiundzwanzig“ kreisen um zentrale Themen dieser Lebensphase: In „Freiheit“ verarbeitet sie das Ende einer langjährigen Beziehung, die sie über Jahre beobachtet hat. „Schwere Worte“ beschreibt, dass auch platonische Trennungen schmerzhaft sein können – manchmal sogar auf eine ganz andere, intensivere Weise. Der Song wurde in einem Moment der Distanz geschrieben, frei von Wut, aber mit einer anhaltenden Melancholie. „Wie es war“, produziert von Dennis Neuer, schließt den Kreis mit einem bittersüßen Rückblick auf vergangene Leichtigkeit, verpasste Chancen und liebevolle Erinnerungen.

Die meisten Songs erhielten ihre finale Form in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Cornelius Kuron. Bei gemeinsamen Sessions half die musikalische Arbeit auch dabei, das vergangene Jahr zu reflektieren und zu verarbeiten. So ist „Dreiundzwanzig“ nicht nur eine Sammlung persönlicher Songs, sondern das Ergebnis eines künstlerischen, emotionalen und biografischen Prozesses.

Dilla: Eine feste Größe in der Poplandschaft

Genau dafür steht Dilla: für Popmusik, die von innen kommt. Die 24-jährige Wahlberlinerin, die selbst als Produzentin, Writerin und Performerin aktiv ist, bringt das Lebensgefühl ihrer Generation auf den Punkt. Ihre Musik ist ein Spiegel für eine Jugend, die zwischen Selbstfindung und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt steht.

Seit ihrem Debütalbum „Also bin ich“ (2023) und der EP „Also was jetzt?“ (Anfang 2024) hat sie sich fest in der deutschsprachigen Poplandschaft etabliert. Mit ihrer eigenen Headliner-Tour, Auftritten bei Late Night Berlin, Support-Shows für Kraftklub und gemeinsamen Songs mit Herbert Grönemeyer hat sich die einst vielversprechende Newcomerin längst zu einer festen Größe entwickelt. Die neue EP „Dreiundzwanzig“ ist der erneute Beweis dafür: Dilla ist gekommen, um zu bleiben.


Dilla - Autopilot (Offizieller Visualizer)

 

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Quelle: Sony Music