Weltraum-Sounds rollen den roten Teppich für hellen, flirrenden, ungewöhnlich getakteten Gesang aus. Die Worte “Egal, wie lang ich brauch’, wie oft ich mich verlauf’ / wenn ich in den Abgrund seh’, stehst du da und fängst mich auf” erklingen. Hohe E-Gitarrensaiten und majestätische Streicher versprühen positiv-verträumtes Ambiente. Dann setzten gut gelaunte Drums und ein wendiger E-Bass ein. “Hold Me”, die neue Single des Mannheimer Pop-Dreigespanns Nibiru Natives, klingt, wie sich der erste sonnige Frühlingstag im Jahr anfühlt: Warm, entspannt und friedsam. Alle Herzschmerzen, die Tuffy, Yung Yoda und Wizzly in ihrer letzten Single “OMW” beklagt haben, sind in “Hold Me” verflogen, der Himmel ist – auch, wenn manchmal alte Narben aufreißen – wolkenlos. Warum? Weil alle drei Mitglieder der Boyband eine seelenverwandte Person getroffen haben, die sie träumen, trippen und vergessen lässt.
“Hold Me” ist ein fluffiger, glaubwürdiger Lovesong; eine Ode auf die Zweisamkeit und das blinde, vertraute Verständnis zwischen zwei emotional miteinander verbundenen Menschen. Gleichzeitig kommuniziert das Stück eine ehrliche Bitte: “Wenn ich fall’, bitte hold me!”. Diese namensgebende Hook-Zeile ist typisch für die Nibiru Natives. Einerseits wegen ihrer melodischen Catchyness, andererseits wegen der Vermischung deutscher und englischsprachiger Wörter innerhalb einer Zeile. Im Hintergrund? Breite, euphorische Chöre – auch sie sind typisch für das Zusammenspiel zwischen Tuffy, Yung Yoda und Wizzly. “Hold Me” ist nach “OMW” das zweite musikalische Lebenszeichen des Dreigespanns nach längerer Release-Pause.
Die Nibiru Natives kommen aus Mannheim. Dort trifft man Tuffy, Yung Yoda und Wizzly aber nur selten. Das Trio verbringt den Großteil seiner Zeit in einer kosmischen, bunten Sci-Fi-Utopie. Auf der echten Welt haben sich die Nibiru Natives nie wirklich zugehörig und oftmals wie Aussätzige gefühlt. Aus ihren Alien-Feelings macht die Boyband kein Geheimnis – sondern Kunst. Kunst, die irgendwie überirdisch, irgendwie mystisch und doch extrem eingängig klingt. Kunst, die hoffnungsvolle Melancholie mit versteckter Gesellschaftskritik vermischt. Kunst, die Future-Pop mit Dancehall-Vibes fusionieren lässt und wie für die Bühne gemacht ist.
Die Nibiru Natives sind Vollblutmusiker. Alle drei Mitglieder der Crew tragen als routinierte Producer und Vocalists zum breiten Bandsound bei. Tuffy, Yung Yoda und Wizzly sind Meister des Stimmspiels, haben einen Faible für verrückte Melodieführungen und experimentelles Layering. Ihre deutschsprachigen Rap-Gesänge verschmelzen häufig zu einem klangschön wabernden Chor. Nibiru-Natives-Musik ist immer eine Experience. Ein Trip, der von entspannten Rhythmen, federnden Synths, galaktischen Flöten und sanften Piano-Sounds umhüllt wird. Das Feld an Inspirationsquellen? Riesig! Wenn das Dreigespann zusammensitzt, läuft abwechselnd Brockhampton, Post Malone, SEEED, Outkast, Asake, Trettmann und Bilderbuch.
Die Nibiru Natives sind geborene Kreative. Tuffy nahm lange Schlagzeug- und Akkordeon-Unterricht. Yoda klimperte schon im Kindesalter autodidaktisch auf dem Klavier und entdeckte ebenfalls sehr schnell sein herausragendes Talent an den Drums. Wizzly spielte Kontrabass in einem Schulorchester und ist seit seiner Jugend als professioneller Videograph aktiv. Mit den Jahren sind alle drei zu herausragenden Producern mit einer Passion für Afro-, Dancehall- und Amapiano-Beats gereift. Die Band hat sich 2019 in Mannheim gegründet. Dort haben Tuffy und Yoda etwa zur selben Zeit eine WG bezogen. Sie wurde zum Dreh- und Angelpunkt eines achtköpfigen Künstlerkollektivs, das sich Nibiru Natives nannte.
Aus dem großen Kreis ist 2020 ein kleinerer hervorgegangen, der immer häufiger bis in die Morgenstunden an Musik feilte. Während der Corona-Zeit wuchsen etliche Songskizzen, anfangs total isoliert von der Außenwelt. Nach und nach fand jedes Bandmitglied zu seinem Platz im Konstrukt – und die Band zu ihrem außergewöhnlichen Sound. 2022 erschienen erste Singles. “Komm vorbei” wurde zum Untergrund-Hit, fuhr auf Spotify Streams im mittleren sechsstelligen Bereich ein und vervollständigte die erste und bisher einzige Nibiru-Natives-EP “Episode 0”.
Im Anschluss an das Release zogen sich Tuffy, Yung Yoda und Wizzly erstmal wieder zurück. Zwei Jahre lang wurde an neuen Songs gefeilt – zum ersten Mal auch in Zusammenarbeit mit externen Produzent*innen und namhaften Writer*innen wie PANTHA, Savvy, Farhot, Anoki oder YOSHI. Die Strukturen im Rücken der Band wurden professioneller, im Studio sammelten sich über siebzig Demos an. Im Juli 2024 haben die Nibiru Natives endlich ihr erstes Live-Konzert gespielt – nun läutete die letzte Single “OMW” eine neue Release-Offensive ein.
Quelle: Better Things

