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Sara Bareilles – „Still Crying” & „Good Grief”

„Die Quelle war lange Zeit versiegt.” Das sagt Sara Bareilles über die Jahre zwischen ihrem letzten Album und dem, was jetzt kommt. Und wer das hört, versteht sofort: „Good Grief” ist kein Album, das geplant wurde. Es ist eines, das warten musste.

„Still Crying” ist draußen – inklusive offiziellem Musikvideo – und gibt den bislang konkretesten Vorgeschmack auf das siebte Studioalbum der gebürtigen Kalifornierin, das am 28. August erscheint. Das erste neue Studioalbum seit dem Grammy-gekrönten „Amidst the Chaos” aus dem Jahr 2019. Sieben Jahre. Und man hört, dass diese sieben Jahre nicht verschwendet wurden.

„Diese ganze Sammlung von Songs fühlte sich eher wie Übertragungen an als wie ein bewusster Versuch, die Welt zu verstehen”, sagt Bareilles. „Die Pandemie und der Zusammenbruch der Welt im Jahr 2020 und das, was danach geschah, war mehr, als ich verarbeiten konnte. Dieses Album brauchte Geduld, also habe ich ihm Geduld geschenkt.” Das ist kein Marketing-Statement. Das ist eine ehrliche Auskunft darüber, wie Musik manchmal entsteht – oder eben nicht entsteht, bis sie es tut.

Good Grief” umfasst 14 Tracks, die alle irgendwie von Verlust handeln. Nicht immer dem gleichen. Manchmal ist es ein persönlicher Verlust, manchmal geliehen aus fremden Geschichten, manchmal einfach nur der Verlust des Gleichgewichts, die Unfähigkeit, in Sturmwolken nach Silberstreifen zu suchen. Aber wie der Titel schon andeutet – und das ist das Schöne daran – hat das Album selbst in seiner dunkelsten Tiefe eine goldene Rettungsleine, die sich durchzieht. Trauer, die irgendwo auf Hoffnung hinweist. Das ist die Grundstimmung. Das ist der Kern.

Einer der besonderen Momente auf dem Album: „Salt Then Sour Then Sweet”, ein Track, der von der verstorbenen Dichterin Andrea Gibson und Brandi Carlile gemeinsam geschrieben wurde. Bareilles war außerdem als ausführende Produzentin an dem für den Oscar nominierten Dokumentarfilm „Come See Me in the Good Light” beteiligt, der Gibsons Leben nachzeichnet. Die Verbindung zwischen diesem Film und dem Album ist real – und macht „Good Grief” zu mehr als einer Plattenveröffentlichung.

In den sieben Jahren seit „Amidst the Chaos” war Bareilles alles andere als untätig. Drei Staffeln der Musikkomödie „Girls5Eva” auf Peacock und Netflix brachten ihr eine Emmy-Nominierung für „Outstanding Original Music and Lyrics” ein. Die halbautobiografische Serie „Little Voice” lief auf AppleTV+. Auf dem Broadway spielte sie in ihrem eigenen, für den Tony nominierten Musical „Waitress” und erhielt für ihre Rolle als Bäckersfrau in einer gefeierten Neuauflage von Stephen Sondheims „Into the Woods” eine Tony-Nominierung als beste Darstellerin in einem Musical. Und dann gab es noch eine Hochzeit mit ihrem langjährigen Partner, dem Schauspieler Joe Tippett.

Begleitend zum Album-Rollout hat Bareilles die Voicemail-Initiative „Tell Me Your Story” gestartet. Fans sind eingeladen, anonym ihre persönlichen Geschichten über Verlust, Trauer und den Weg durch schwierige Zeiten zu teilen. Kein großes Konzept, kein Algorithmus-Trick – einfach ein Raum, in dem Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, miteinander verbunden werden. Außerdem sprach sie kürzlich im Podcast „All There Is” mit Anderson Cooper offen über ihre neue Musik, den Umgang mit Trauer und die persönlichen Erfahrungen, die diese Songs geprägt haben.

„Vor ein paar Jahren habe ich wohl angefangen, meinen Kopf wieder herauszustrecken und kleine Songideen zu sammeln.” Gut, dass sie es getan hat.

Termine

  • Ab sofort – Single „Still Crying” und Musikvideo verfügbar
  • 28. August 2026 – Album „Good Grief” erscheint (siebtes Studioalbum)