Es ist ein Paukenschlag zum Jahresbeginn: Nur eine Woche nach der Veröffentlichung am 9. Januar 2026 hat das neunte Studioalbum der Bremer Folk-Rocker Versengold den Thron erklommen. Mit „Eingenordet“ sichert sich die Band erneut Platz 1 der deutschen Albumcharts und zementiert damit ihren Status als eine der beständigsten und erfolgreichsten Formationen im Bereich des modernen Folk-Rock.
Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Etwas mehr als zwei Jahre nach ihrem gefeierten Jubiläumsalbum „Lautes Gedenken“, das die Top 2 erreichte, meldet sich das Sextett kraftvoller und entschlossener denn je zurück. „Eingenordet“ ist dabei weit mehr als nur ein Nachfolger; es ist das Dokument einer konsequenten Weiterentwicklung, bei der die Band sowohl musikalisch als auch inhaltlich eine noch klarere Kante zeigt.
Ein Entstehungsprozess zwischen Deich und Dorf
Die Geschichte hinter dem neuen Werk ist eng mit der norddeutschen Heimat der Musiker verknüpft. Zwischen Dezember 2024 und Oktober 2025 begab sich die Band in insgesamt sechs intensive Bandcamps. Fernab vom Trubel der Großstadt dienten Orte wie das Dorf Jade, Hooksiel, der Vareler Hafen, Brake, Wilhelmshaven und Verden als kreative Rückzugsorte.
Zusammen mit ihrem langjährigen Produzenten Hannes Braun wurden die 13 neuen Songs organisch entwickelt. Dieser Prozess wurde akribisch in einem exklusiven Logbuch festgehalten, das Fans im Boxset tiefe Einblicke in die Studioarbeit und die Videodrehs – etwa in Neuharlingersiel oder Berlin – gewährt. Besonders bemerkenswert: Auf „Eingenordet“ zeigt sich Versengold erstmals als geschlossenes Gesamtbild, in dem Mitglieder wie Gitarrist Eike und Schlagzeuger Sean stärker denn je in das Songwriting eingebunden wurden.
Musikalische Bandbreite: Von Klabauterfrauen bis Imagine Dragons
Wer Versengold hört, erwartet Energie, und die liefert der Opener „Der Tag mag kommen“ sofort. Der Song vertreibt die winterliche Tristesse mit purer Lebenslust. Mit Stücken wie „Klabauterfrau“ und dem Titeltrack beweist die Band ihr Händchen für hymnenhafte Refrains und großes Mitsing-Potenzial. Überraschend modern präsentiert sich die Band beim Song „Eingenordet“, der einen Alternative-Rock-Vibe im Stile von Imagine Dragons atmet, ohne dabei die charakteristischen Folk-Violinen zu vernachlässigen.
Ein besonderes Highlight der Platte ist die Zusammenarbeit mit Sebastian Madsen in der Single „Falscher Leuchtturm“. Der High-Energy-Rocksong verbindet melodiösen Pagan-Vibe mit modernen Chants und einer deutlichen politischen Botschaft – ein Kurs, den Versengold bereits auf dem Vorgängeralbum eingeschlagen haben. Fans der klassischen „Trinklieder“ kommen bei „Dans op de Deel“ oder „Theaterliebe“ voll auf ihre Kosten, während das ironische „Klopapier“ mit treibendem Rock’n’Roll bereits jetzt als potenzieller Festivalhit gehandelt wird.
Tiefe Emotionen und schaurige Legenden
Doch Versengold kann auch leise. Mit „Krug voll Mondenschein“ liefert Sänger Malte seinen persönlichen Favoriten ab. Der Titel basiert auf der Geheimsprache Rotwelsch und thematisiert in einem wehmütigen Schunkelrhythmus Zusammenhalt und Vergänglichkeit. Es ist ein Song, der wie gemacht scheint für die beliebte Tour-Reihe „Nacht der Balladen“.
Richtig düster wird es bei „Die Gonger kommen“. Die atmosphärische Ballade widmet sich dem Volksglauben von Sylt und Amrum über auf See verstorbene Wiedergänger. Hier zeigt die Band ihr Talent für Storytelling und erschafft eine bedrückende, fast schon triumphale Schwermut. Den Abschluss bildet „Zwei Raben“, ein intimer Moment voller Sehnsucht und Melancholie, der auch als Soundtrack für ein düsteres Fantasy-Epos wie „The Witcher“ fungieren könnte.
Versengold haben mit „Eingenordet“ ein Album geschaffen, das die Tradition ehrt, den Blick aber mutig nach vorne richtet. Ein verdienter Charterfolg für eine Band, die seit über 20 Jahren ihren eigenen Kompass folgt.
Kommende Live-Termine
Hier sind die nächsten Gelegenheiten, Versengold und die neuen Songs live zu erleben:
- 05.03.2026 – Zürich (CH), Komplex 457
- 06.03.2026 – Linz (AT), Posthof
- 07.03.2026 – Wien (AT), Gasometer
- 13.03.2026 – Leipzig, Haus Auensee
- 14.03.2026 – Essen, Grugahalle
- 20.03.2026 – Flensburg, Deutsches Haus
- 21.03.2026 – Bremen, Pier 2
- 27.03.2026 – Lingen, EmslandArena
- 28.03.2026 – Aurich, Sparkassen-Arena
- 09.04.2026 – Wiesbaden, Schlachthof
- 10.04.2026 – Fürth, Stadthalle
- 11.04.2026 – Hannover, Swiss Life Hall
- 17.04.2026 – Berlin, Tempodrom
- 18.04.2026 – Hamburg, Sporthalle
- 24.04.2026 – Köln, Palladium
- 25.04.2026 – Stuttgart, Porsche Arena
- 05.06.2026 – Apolda, Festwiese (Apoldaer Musiksommer)
- 14.06.2026 – Meersburg, Schlossplatz
- 10.07.2026 – Dresden, Junge Garde (Weißer Hirsch)
- 11.07.2026 – München, Tollwood Sommerfestival
- 24.07.2026 – Trier, Amphitheater
- 29.08.2026 – Gießen, Kloster Schiffenberg
- 11.09.2026 – Rostock, IGA Parkbühne


