Wenn elimako singt, ist es wie eine Einladung in ihr innerstes Gedankenkarussell. Ihre Stimme umhüllt einen mit einer Wärme, die trügerisch ist, denn die Ehrlichkeit ihrer Worte trifft oft direkt ins Herz. Ein Jahr nach ihrer Debüt-EP kehrt die Künstlerin mit ihrer neuen EP „1jahr“ zurück, die am 26. September erscheint. Die sieben Songs sind Momentaufnahmen eines Jahres, das für sie persönlich eher einer “schrecklich schönen Geisterbahn” glich – ein Spagat zwischen Zusammenbruch und Aufbruch.
Die EP ist ein Zeugnis von elimakos ungebrochenem Willen, weiterzumachen, auch wenn der Weg steinig ist. Die Songs, größtenteils von ihr selbst produziert, sind eine Mischung aus sanften Melodien und vehementen, rohen Emotionen. Ein wiederkehrendes Thema ist der innere Dialog, das Mantra, das sie sich selbst zuruft: „ich hab dich gewarnt aber du wolltest nicht hören“. Es ist die Geschichte einer Zerreißprobe, in der elimako an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stieß. Zwischen akademischen Prüfungen und den Herausforderungen der Musikindustrie ignorierte sie körperliche Warnsignale, bis physische und psychische Symptome sie zum Innehalten zwangen.
Der Song „wasserfarben“ verdeutlicht das Ausmaß dieser inneren Unruhe und Zerbrechlichkeit. Der Track baut sich langsam auf und spiegelt das steigende Unbehagen wider, das sich mit dem zunehmenden Stress verdichtete. In einer Mischung aus Wut, Enttäuschung und Sorge konfrontiert sie sich selbst schonungslos mit den Worten: „du denkst konvex spiegel aus deinem mund, du bist egozentrisch ungesund, du weißt das genau und stellst dich dumm“.
„1jahr“ ist somit ein komplexes Geflecht aus persönlichen Momentaufnahmen – von den ersten Anzeichen des Burnouts über den schmerzhaften Stillstand bis hin zur ersehnten Ruhe nach dem Sturm. Jeder Song steht für sich, trägt aber entscheidend zur ganzheitlichen Erzählung einer jungen Künstlerin bei, die durch ihre Musik Stärke in ihrer Verletzlichkeit findet.

